Montag, 1. Juni 2026

Buchrezension: Eva Almstädt - Akte Nordsee: Die letzte Predigt (Fentje Jacobsen und Niklas John ermitteln, Band 4)

Inhalt:

Der Pastor in Estherwieck wird tot im Watt aufgefunden. Ertrunken. War es ein Unfall? Am Tag zuvor hatte er jedoch eine ungewöhnlich entrüstete Predigt gehalten, und die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Die Ermittlungen der Polizei nehmen eine neue Wendung als eine frühere Freundin, die den Pastor am Tag zuvor besucht hatte, als vermisst gemeldet wird, und Niklas John gerät unter Verdacht. Er hatte die junge Frau am Abend ihres Verschwindens noch getroffen. Als deren sterbliche Überreste in der Nähe einer alten Marinekapelle gefunden werden und Niklas den Verdacht nicht ausräumen kann, bitte er Fentje Jacobsen als Anwältin um Hilfe. Können die beiden gemeinsam den wahren Mörder finden? 

Rezension: 

In Estherwiek wird die Silberne Konfirmation gefeiert, bei der alte Wunden an einen Unfall während des Konfirmanden-Zeltlagers wieder aufreißen. Auch die ehemalige Konfirmandin Lena, die anlässlich des Jubiläums aus Hamburg in ihre Heimat zurückgekommen ist und eine Änderung des Sorgerechts für ihren Sohn erstreiten möchte, ist wenig willkommen. Ein vertrauliches Gespräch mit dem Pastor ermuntert diesen zu einer scharfen Predigt um Gerechtigkeit und Verrat, die Fragen aufwirft.
Zwei Tage später sind sowohl der Pastor als auch Lena tot. Niklas John hatte Lena zuletzt gesehen und gerät deshalb ins Visier der Polizei. Die Anwältin Fentje Jacobsen, die sich vor Kurzem von Niklas getrennt hatte, hält die beiden Todesfälle für keinen Zufall und stellt Nachforschungen an, um Niklas zu unterstützen, während die Polizei eine falsche Spur zu verfolgen scheint.

"Die letzte Predigt" ist der vierte Band der Krimireihe "Akte Nordsee" um die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John, die sich durch ihre gemeinsamen Ermittlungen in früheren Kriminalfällen emotional näher gekommen sind.

Der Roman beginnt sehr gemächlich und stellt zunächst auf die Beziehungen der verschiedenen Protagonisten ab, die mitunter schwierig sind. Bis die erste Leiche gefunden wird und man das Gefühl erhält, einen Krimi zu lesen, vergehen mehr als hundert Seiten. Der Klappentext fasst mehr als die Hälfte des Romans zusammen und verrät damit vorab auch schon zu viel über die zweite Leiche und eine mögliche Involvierung von Niklas, wobei der Verdacht gegen ihn letztlich gar keine gravierenden Auswirkungen hat.

Wie in den Bänden zuvor, folgen Fentje und Niklas ihren Instinkten und gehen mitunter unkonventionelle Wege, um mehr Informationen über die beiden Toten und die Umstände ihrer Tode zu erfahren. Befragungen in Lenas Umfeld ergeben Bezüge zum Prolog, der im Vorfeld nur schwer einzuordnen war.

Das Finale ist unleugbar spannend, aber die Vorgehensweise der Täter dilettantisch und fast schon ärgerlich idiotisch. Am Ende wird dem Leser durch einen Dialog zwischen Fentje und Niklas zwar eine Erklärung für die Ereignisse geliefert, die aber in keiner Weise überzeugt. Weder der erste noch der zweite Mord, noch der Mordversuch (unter Zeugen!) waren nötig. Das ganze Konstrukt des Romans mit vielen unnötigen Nebenschauplätzen, Polizeiversagen und dem richtigen Riecher der beiden Hauptfiguren ist zwar unterhaltsam, wirkt am Schluss aber nicht stimmig.

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