Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.
Rezension:
Lena Meister betreibt zusammen mit dem ehemaligen Zielfahnder Bernd Niemann eine Privatdetektei im Münchner Umland. Sie haben sich auf Klienten spezialisiert, die aus unterschiedlichen Gründen ihr altes Leben hinter sich lassen und woanders neu anfangen möchten. Neben einer Lottogewinnerin, die ihre undankbare Familie verlassen möchte, ist die Friseurmeisterin Michelle Schmied einet ihrer aktuellen Fälle. Diese fürchtet sich vor ihrem gewalttätigen, getrennt lebenden Ehemann, der sie angeblich stalkt.
Lena möchte der jungen Frau ohne großes Checkup unbedingt helfen, denn sie fühlt mit ihr. Sie glaubt Michelle sicher in einem Safehouse im Wald, wo sie sie jedoch eines morgens tot auffindet. In dem Haus fällt Lena ein Teddybär, auf, den sie mit ihrer eigenen Vergangenheit in Verbindung bringt. Sie wittert eine Botschaft und fragt sich, ob Michelle ihretwegen sterben musste.
Der Roman hat mit der Privatermittlerin Lena und ihren ungewöhnlichen Aufträgen einen originellen Rahmen und entwickelt sich vor ihrem persönlichen Hintergrund zu einem spannenden Krimi mit Thrillerelementen. Dennoch gibt es mit den auffällig häufigen Beschreibungen vom Einkauf und Konsum von Lebensmitteln einzelne Längen.
Während der überwiegende Anteil der Handlung im Winter der Gegenwart im Fünfseenland verortet ist, gibt es einzelne Rückblenden in den Sommer 2022 in Wien. Eine Verbindung der beiden Erzählstränge ist klar erkennbar, nicht aber, warum Lena offenbar von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Trotz der Bedrohungslage ermittelt sie auf eigene Faust, um Michelles Tod zu rächen und Gewissheit für ihr eigenes Schicksal zu erlangen.
"Der Tod kennt ihren Namen" ist eine spannende Spurensuche, die von Stalking, Incels, toxischer Männlichkeit und Gewalt gegen Frauen handelt. Dabei kommt auch eine emotionale Komponente nicht zu kurz, wird doch einerseits die schwierige Lage der Opfer deutlich, Hilfe zu erhalten und andererseits, was es heißt, für eine neue Identität unfreiwillig sein altes Leben konsequent hinter sich zu lassen.


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