Samstag, 6. Juni 2026

Buchrezension: Jenny Jackson - Pineapple Street

Inhalt:

Die Pineapple Street in Brooklyn Heights ist eine der begehrtesten Wohngegenden in New York City und Heimat der wohlhabenden Familie Stockton. Obwohl sie alles haben, was sie sich wünschen, suchen die Töchter Darley und Georgiana und Schwiegertochter Sasha nach Erfüllung in ihrem Leben.
Darley, die älteste Tochter, musste sich nie um Geld Sorgen machen. Sie folgte ihrem Herzen und tauschte ihren Job und ihr Erbe gegen die Mutterrolle. Aber am Ende opfert sie mehr von sich, als sie jemals beabsichtigt hatte.
Sasha heiratet in die Stockton-Familie ein, deren komplexe und undurchsichtige Traditionen Welten von ihrem alten Leben entfernt sind. Sie fühlt sich wie ein Fremdkörper, stets bemüht ihrer neuen Schwiegermutter zu gefallen – und doch lässt ihr Zögern, einen Ehevertrag zu unterschreiben, alle über ihre wahren Absichten rätseln.
Georgina, das Nesthäkchen, verliebt sich unsterblich in jemanden, den sie nicht haben kann – und ist gezwungen, sich damit auseinanderzusetzen, wer sie eigentlich sein möchte. 

Rezension: 

Sasha stammt aus einer Mittelschicht-Familie in Neuengland und hat in die Stockton-Familie eingeheiratet. Zusammen mit ihrem Ehemann Cord wohnt sie in dem ehemaligen Wohnhaus ihrer Schwiegereltern in der Pineapple Street, wo sie sich in einer Mischung aus Antiquitätenladen und Messie-Haushalt wiederfindet. Auch innerhalb der Familie fühlt sie sich als "Goldgräberin" nicht wohl, sondern ausgegrenzt.
Darley ist die älteste Tochter der Stocktons, verheiratet mit dem nicht-weißen Malcolm und Mutter zweier Kinder. Ihren Beruf hat sie aufgegeben und fühlt sich, reduziert auf die Rolle als Tochter reicher Eltern, nutzlos.
Auch ihre jüngere Schwester Georgiana ist trotz des Erbes eines Immobilienvermögens im Rücken nicht sorgenlos, hat sie sich doch unglücklich in einen Kollegen verliebt.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen geschildert, die alle für sich privilegiert, aber nicht ohne Probleme sind.
Die Figuren sind lebensecht und auch wenn einem das millionenschwere Luxusleben fremd ist, kann man sich sehr gut in sie hineinversetzen. Sie zeigen Unsicherheiten, hinterfragen ihre Rollen und Lebensentwürfe, wobei Darley und Georgiana ihren Snobismus nie ganz ablegen können und in ihrer eigenen Welt gefangen sind. Diese unsensible Seite bekommt vor allem Sasha zu spüren, die sich dennoch um Zugehörigkeit bemüht. 

Der Roman vermittelt einen kritisch-humorvollen Einblick in das Leben der weißen Oberschicht in New York. Es geht um Familie, die Beziehungen untereinander, gesellschaftliche Verpflichtungen und die Suche nach Identität sowie um Klassenunterschiede und Rassismus. Durch die wechselnden Perspektiven und unterschiedlichen Wahrnehmungen ist das Buch abwechslungsreich und unterhaltsam, auch wenn wirklich fesselnde Momente ausbleiben. 
Im Verlauf der Handlung wird eine Entwicklung der Hauptcharaktere in eine positive Richtung erkennbar, was auch zu einem harmonischen Ende führt und die Bedeutung der Familie unabhängig vom Finanzstatus betont. 

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