Alice und Tom freuen sich nach einem Schicksalsschlag auf ihre Reise im Campermobil durch die Weite Kanadas. Doch dann lernen sie ein junges Anhalter-Pärchen kennen und bieten ihnen eine Mitfahrgelegenheit an. Aber Jenny und Simon sind nicht das, was sie vorgeben – sie haben eine Spur aus Blut und Zerstörung hinterlassen. Alice und Tom werden Geiseln in einem tödlichen Spiel, aus dem es kein Entkommen gibt.
Rezension:
Im Sommer 1976 sind Alice und Tom in ihrem Wohnmobil durch Kanada unterwegs, um die Olympischen Spiele zu besuchen. Nach einem Schicksalsschlag möchten sie die gemeinsame Zeit nutzen, um wieder zu einander zu finden.
Unterwegs lernen sie ein Pärchen kennen und bieten ihnen eine Mitfahrgelegenheit bis zur nächsten Stadt an. Doch Jenny und Simon, die sich zunächst als Hippies Blue und Ocean vorgestellt hatten, werden wegen Doppelmordes gesucht. Sie entführen Alice und Tom auf ihrer Flucht und gehen dabei weder zimperlich mit ihnen, noch mit denen, denen sie begegnen, um.
Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Frauen Alice und Jenny geschildert. Nachdem Tom von Simon schwer verletzt wurde, ist es Alice, die den Camper steuert und von Simon massiv unter Druck gesetzt wird.
Jenny hat eine schwere Kindheit und Jugend hinter sich und ist froh in Simon einen Mann gefunden zu haben, der zu ihr hält und sie beschützt, weshalb sie Hemmungen hat, Simons skrupelloses Handeln zu unterbinden.
Dieser befindet sich in einem unkontrollierten Gewaltrausch ohne Rücksicht auf Verluste, weshalb ihm auf der weiteren Wegstrecke alles zuzutrauen ist. Toms Rolle ist rein passiver Natur.
Sowohl Alices Ängste als auch Jennys Zweifel und innere Zerrissenheit sind spürbar, wobei sie ergänzend zur nervenaufreibenden Flucht von ihren Erinnerungen an ihr Zuhause heimgesucht wird. Details dazu werden erst am Ende enthüllt, was zwar die Dramatik hervorhebt, aber als lose Rückblende unbeholfen an die alptraumhafte Odyssee final platziert wird.
"Halt niemals an" ist ein lebensgefährlicher Roadtrip mit einer Spur aus Tränen, Blut und Zerstörung. Nach einem spannenden Einstieg mit der Entführung eines traumatisierten, unschuldigen Paares der Roman jedoch bald auf der Stelle, da sich Szenen mit (leeren) Drohungen, Raubüberfällen und sinnloser Gewalt an Unschuldigen ähnlich gelagert wiederholen.
Darüber hinaus fehlt es dem Roman an Atmosphäre. Dass sich die Handlung Mitte der 1970er in Kanada ereignet, bietet Potenzial für einen nostalgischen und spannenden Plot, das jedoch weitgehend ungenutzt bleibt.


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