Charlie Henderson hat ihr Herz hinter dicken Mauern verschlossen und lebt ein scheinbar perfektes Leben in London - bis eine Erbschaft sie zurück nach Liberty Beach im Nordosten der USA ruft. Den Ort ihrer Kindheit und den Ort, den sie vor zehn Jahren Hals über Kopf verlassen hat. Dort erwartet sie nicht nur die Buchhandlung One Last Chapter, in der sie als Kind unzählige Stunden verbracht hat, sondern auch August Green, bester Freund aus Kindestagen, ihre erste große Liebe - und der Grund, warum sie damals aus Liberty Beach geflohen ist. Zwischen Regalen voller Geschichten und den Erinnerungen an schmerzhafte Verluste muss Charlie sich entscheiden: Bleibt sie Gefangene ihrer Angst oder wagt sie ein neues Kapitel?
Rezension:
Charlie Henderson lebt in London, wo ihr einziger Lebensinhalt die Arbeit in einer Eventagentur ist. Als sie überraschend die Nachricht erhält, dass sie die Buchhandlung "One Last Chapter" geerbt hat, kehrt sie notgedrungen in ihren Heimatort Liberty Beach an der Ostküste der USA zurück. Dort trifft sie auf August, den Enkel der Besitzerin der Buchhandlung, mit dem sie zwölf Sommer verbracht hat und der zu ihrem besten Freund wurde, bis sich ihre Gefühle intensivierten und sie sich ineinander verliebten. Seit zehn Jahren haben sie keinen Kontakt mehr, nachdem Charlie Liberty Beach überstürzt verlassen hatte.
Der Roman wird aus der Perspektive von Charlie geschildert und wechselt zwischen der Vergangenheit und den zwölf gemeinsamen Sommern mit August und der Gegenwart mit dem unverhofften Wiedersehen Jahre später.
Aus einer Kinderfreundschaft mit der verbindenden Liebe zu Büchern war eine Liebe geworden, für die es kein Happy End gab. Was zwischen den beiden vorgefallen ist und zum Bruch geführt hat, bleibt zunächst ungewiss. In der Gegenwart herrscht eine angespannte Stimmung zwischen den beiden, wobei sich Charlie davor fürchtet, sich erneut in August zu verlieben.
Die Entwicklung der Friends-to-Lovers-Story wird authentisch beschrieben. Charlie und August kommen sich Jahr für Jahr näher, gleichzeitig bleiben jedoch Unsicherheiten und Unausgesprochenes, was sie auf Distanz zu einander hält. Die unterschiedliche soziale Herkunft, Scham und die Angst, die innige Freundschaft zu gefährden, scheinen unüberwindbare Hürden. Zudem ist Charlie geprägt von den unglücklichen Liebesgeschichten ihrer Mutter, weshalb sie ihr Herz vor Verletzungen schützen möchte.
Die Geschichte entwickelt sich langsam und wird arg in die Länge gezogen, da sich die beiden Hauptfiguren und ihrem (Liebes-)glück unaufhörlich im Weg stehen. Beide Erzählstränge beinhalten dieselbe Problematik, über die nicht gesprochen wird. Der rosa Elefant steht im Raum, Fehler wiederholen sich und lassen die Geschichte ohne neue Impulse eintönig werden.
Die Stimmung ist melancholisch und trotz Summer Vibes durch Charlies Bedenken, Wehmut und Sehnsucht von einer unterschwelligen Melodramatik geprägt. Der Schreibstil ist warmherzig und voller Liebe für die Figuren, Bücher und den Wohlfühlort einer Buchhandlung, der gleichzeitig Flucht in andere Welten und Zuhause ist.
"Kein Sommer ohne August" ist ein Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.
"Kein Sommer ohne August" ist ein Roman über Freundschaft, Liebe und zweite Chancen, der stark charakterorientiert ist und die äußere Rahmenhandlung etwas monoton hält.


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