Eine Familie am Frühstückstisch. Die Mutter streicht dem Sohn durchs Haar, der Vater schenkt Kakao nach. Ein perfekter Morgen – bis die Fußfessel anschlägt. Strom quält den Körper des Jungen. Er zuckt zusammen, erduldet den Schmerz. Ein Junge, wie ihn sich seine Eltern wünschen. Ein guter Sohn.
Währenddessen betritt Liv Beck die sturmumtoste Nordseeinsel. Ruhe sucht die Polizistin hier – und Abstand vom letzten Einsatz, der tödlich endete. Doch dann begegnet sie am Strand einem verzweifelten Mann, der fest davon überzeugt ist, dass sein verschwundener Sohn nicht im Meer ertrank. Warum glaubt ihm niemand?
Je tiefer Liv gräbt, desto dichter zieht der Nebel aus Geheimnissen über die Insel. Bald begreift sie: Wer zu viele Fragen stellt, verschwindet vielleicht als Nächstes.
Rezension:
Nach einem missglückten Polizeieinsatz, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, ist die traumatisierte Polizeioberkommissarin Liv Beck vom Dienst suspendiert und muss sich in einer Klinik auf einer kleinen Nordseeinsel behandeln lassen. Schon an ihrem ersten Tag lernt sie einen trauernden Vater kennen, dessen Sohn verschwunden ist. Während Polizei und Inselbewohner davon ausgehen, dass der Junge ertrunken ist, ist Fink überzeugt, dass sein Sohn Opfer eines Verbrechens wurde.
Liv ist getriggert und möchte den Fall aufklären, um sich selbst und anderen zu beweisen, dass sie eine gute Polizistin ist. Statt sich in der Klinik zu regenerieren, stellt sie zu viele und vor allem zu unbequeme Fragen, die sie in die Schusslinie bringen.
"Der gute Sohn" ist als Kriminalroman kategorisiert, mutet jedoch viel mehr wie ein Thriller an. Klassische Ermittlungen und Polizeiarbeit gibt es nicht. Stattdessen schnüffelt Liv privat auf der Insel herum und gerät dabei selbst in Gefahr.
Der zweite Handlungsstrang, der deutlich weniger und nur kurze Kapitel umfasst, handelt von einem Jungen in Gefangenschaft, der den "guten Sohn" mimen muss, um Bestrafung zu entgehen.
In diesem Roman verhält sich jeder verdächtig. Hier scheint jeder Protagonist ein Geheimnis oder Dreck am Stecken zu haben. Was Liv erlebt und getan hat, erfährt man nur allmählich. Sie leidet unter ihrem Trauma, Panikattacken und Halluzinationen und agiert völlig kopflos. Auf ihrer Kamikaze-Mission beschuldigt sie nahezu jede Person auf der Insel etwas mit dem Verschwinden von Jonas zu tun zu haben. Auch wenn nachvollzogen werden kann, dass Liv Wiedergutmachung leisten möchte und deshalb so forsch vorgeht, erscheint ihre Vorgehensweise komplett überdreht, begeht sie schließlich eine Reihe an Straftaten und könnte in der Folge nie wieder als Polizistin arbeiten. Dieser recht abenteuerliche Handlungsverlauf macht viel Spannung kaputt, da eine realistische Aufklärung nicht mehr möglich ist.
Nach einem missglückten Polizeieinsatz, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, ist die traumatisierte Polizeioberkommissarin Liv Beck vom Dienst suspendiert und muss sich in einer Klinik auf einer kleinen Nordseeinsel behandeln lassen. Schon an ihrem ersten Tag lernt sie einen trauernden Vater kennen, dessen Sohn verschwunden ist. Während Polizei und Inselbewohner davon ausgehen, dass der Junge ertrunken ist, ist Fink überzeugt, dass sein Sohn Opfer eines Verbrechens wurde.
Liv ist getriggert und möchte den Fall aufklären, um sich selbst und anderen zu beweisen, dass sie eine gute Polizistin ist. Statt sich in der Klinik zu regenerieren, stellt sie zu viele und vor allem zu unbequeme Fragen, die sie in die Schusslinie bringen.
"Der gute Sohn" ist als Kriminalroman kategorisiert, mutet jedoch viel mehr wie ein Thriller an. Klassische Ermittlungen und Polizeiarbeit gibt es nicht. Stattdessen schnüffelt Liv privat auf der Insel herum und gerät dabei selbst in Gefahr.
Der zweite Handlungsstrang, der deutlich weniger und nur kurze Kapitel umfasst, handelt von einem Jungen in Gefangenschaft, der den "guten Sohn" mimen muss, um Bestrafung zu entgehen.
In diesem Roman verhält sich jeder verdächtig. Hier scheint jeder Protagonist ein Geheimnis oder Dreck am Stecken zu haben. Was Liv erlebt und getan hat, erfährt man nur allmählich. Sie leidet unter ihrem Trauma, Panikattacken und Halluzinationen und agiert völlig kopflos. Auf ihrer Kamikaze-Mission beschuldigt sie nahezu jede Person auf der Insel etwas mit dem Verschwinden von Jonas zu tun zu haben. Auch wenn nachvollzogen werden kann, dass Liv Wiedergutmachung leisten möchte und deshalb so forsch vorgeht, erscheint ihre Vorgehensweise komplett überdreht, begeht sie schließlich eine Reihe an Straftaten und könnte in der Folge nie wieder als Polizistin arbeiten. Dieser recht abenteuerliche Handlungsverlauf macht viel Spannung kaputt, da eine realistische Aufklärung nicht mehr möglich ist.
Weiterhin bleibt die kleine Nordseeinsel mit der psychosomatischen Klinik genauso wenig vorstellbar wie die blassen Charaktere, die nur an ihren Namen zu unterscheiden sind.
Frei von polizeilichen Ermittlungen entwickelt sich die Geschichte mit einer kopflosen Suche retardierend zäh. Am Ende offenbaren sich die tathandelnden Personen selbst, wobei die Motivation nicht unerwartet ist, gab es doch auf den ersten 100 Seiten bereits einen entscheidenden Hinweis für eine mögliche Verzweiflungstat.
Letztlich ist das Szenario von zu vielen Zufällen, abwegigen Handlungen und einer anstrengend impulsiven Hauptfigur geprägt. "Der gute Sohn" hat in dem unentschlossenen Genremix aus Krimi, Familiendrama, Traumastudie und Thriller nur eine Nebenrolle, obwohl gerade dieser Part im Klappentext so fesselnd angekündigt ist.





