Freitag, 8. Mai 2026

Buchrezension: Christine Brand - Vermisst: Der Fall Lucas (Malou Löwenberg, Band 3)

Inhalt:

Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden – er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt – bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird. 

Rezension: 

Malou Löwenberg ist nach ihrer Kündigung bei der Polizei als private Ermittlerin mit eigenem Büro in Bern tätig. Die Auftragslage ist dünn und so freut sie sich über den neuen Auftrag einer Kundin, bis sie erkennt, wie heikel dieser ist. Lana Boban liegt im Sterben und hat nur noch einen Wunsch. Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der vor 26 Jahren Selbstmord begangen haben soll. In einem Abschiedsbrief hatte er den Mord an zwei Mädchen gestanden. Nach einer Nachricht ist Lana jedoch überzeugt davon, dass Lucas noch lebt. 
Malou beginnt zu recherchieren und verdächtigt Lucas schon bald, nicht nur die beiden Mädchen im Jahr 2000 getötet, sondern weiter gemordet zu haben. Sie steht vor einem moralischen Konflikt, den Auftrag ihrer Klientin zu erfüllen und gleichzeitig einen Mörder zu decken. Je tiefer sie sich mit der Vergangenheit beschäftigt, desto gefährlicher wird es für Malou, denn ein Mörder möchte nicht gefunden werden. 

Nach "Der Fall Anna" und "Der Fall Emily" ist "Der Fall Lucas" der dritte Band der "Vermisst"-Reihe um die ehemalige Polizistin Malou Löwenberg, die sich als Privatdetektivin selbstständig gemacht hat. Auch wenn jeder Band von einem eigenen Kriminalfall handelt, ist es empfehlenswert die Chronologie einzuhalten, um Malous persönliche Entwicklung und Beziehungen nachzuvollziehen. Roter Faden der Reihe ist neben der Erledigung ihrer Aufträge die Suche nach ihren leiblichen Eltern.

Der Roman wird überwiegend aus der Perspektive von Malou geschildert, die sich ehrgeizig in ihre Fälle verbeißt und die Gefahr nicht scheut. Daneben gibt es Rückblenden in das Jahr 2000, die Aufschluss über die Geschehnisse von damals geben und Malous gegenwärtige Ermittlungen ergänzen.
Schon bald wird deutlich, dass ein Mörder auf freiem Fuß ist und alles dafür bereit ist zu tun, dass dies so bleibt. Je näher Malou der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird die Lage für sie.

Auch in Band 3 entwickelt sich ein Vermisstenfall zu einen ungelösten Kriminalfall. Als Privatermittlerin hat Malou keine polizeilichen Befugnisse, kann sich jedoch erneut auf die Unterstützung ehemaliger Kollegen und Freunde verlassen.
Die Kapitel sind kurz, was für Dynamik sorgt. Zudem ergeben sich stetig neue Puzzleteile, die für Spekulationen sorgen und die Spannung erhöhen. Auch wenn sich eine Wende in dem Fall frühzeitig abzeichnet, ist die Geschichte aufgrund der noch zu klärenden Ungereimtheiten und der Gefahrenlage für Malou bis zur endgültigen Auflösung durchgängig fesselnd und letztlich doch überraschender als geahnt. 

Dass Malous private Suche noch kein befriedigendes Ende gefunden hat, macht zudem Hoffnung, dass auch die Buchreihe mit einem neuen Vermisstenfall für die Privatdetektivin fortgesetzt werden wird.



Mittwoch, 6. Mai 2026

Buchrezension: Tiffany Crum - This Story Might Save Your Life

Inhalt:

Was dich nicht umbringt, lässt dich überleben. Das ist das Motto des beliebten Podcasts von Joy und Benny mit Geschichten über Leben und Tod. Sie sind ein eingespieltes Team und als beste Freunde unzertrennlich. Doch eines Morgens ist Joy verschwunden, ihr Ehemann auch. Freiwillig ist sie nicht gegangen. Die Scherben im Badezimmer sprechen eine klare Sprache. Die Polizei nimmt Benny ins Visier, der selbst verzweifelt nach Joy sucht. Und obwohl er verdächtigt wird, sagt er den Ermittlern nichts, als er ein Manuskript findet. Denn Joys Memoiren offenbaren eine Wahrheit, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte. Sie erzählen von gefährlichen Geheimnissen und einer großen Liebe – und enden abrupt.
Viele dachten, die beiden wären füreinander bestimmt.
Endet ihr gemeinsamer Weg hier?
Ist Benny unschuldig oder nur ein gefährlicher Schauspieler?
Und wie gut kennst du den Menschen, der dir am nächsten steht? 

Rezension:

Benny Abbott und Joy Moore sind beste Freunde und moderieren gemeinsam einen populären Podcast. Wöchentlich begeistern sie ihre Hörer mit einer Mischung aus Comedy und Spannung, wenn sie sich die skurrilsten Survivalgeschichten ausdenken.
Joys Ehemann Xander produziert die Sendung und hat zum finanziellen Erfolg beigetragen.
Doch eines morgens sind Joy und Xander spurlos verschwunden, als Benny zur geplanten Aufnahme kommt und ein zerbrochenes Fenster vorfindet.
Während Benny versucht herauszufinden, was passiert ist, stellt er fest, dass seine beste Freundin Geheimnisse vor ihm hatte und gerät selbst ins Visier der Polizei.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven von Benny und Joy erzählt. Während Benny sieben Tage unter der Ungewissheit leidet, was mit Joy passiert ist, erfährt man durch Joys unveröffentlichte Memoiren mehr über die gemeinsame Vergangenheit von Joy, Benny und ihrem Ehemann Xander.

Die Geschichte erscheint dabei arg konstruiert, angefangen vom Erfolg des eigenartigen Podcasts, über die wahren Gefühle von Joy und Benny, bis hin zu dem Plan, der hinter dem Verschwinden von Joy steckt.
Es entwickelt sich ein zähes Drama statt ein fesselnder Thriller. Sobald Joys "Geheimnis" durch ihr Manuskript gelüftet ist, verpufft die anfängliche Spannung angesichts eines möglichen Verbrechens. Wendungen ergeben sich letztlich nur durch das realitätsferne Verhalten der Haupt- und Nebenfiguren. 

Die Handlung beruht einzig darauf, dass Dinge verschwiegen und verheimlicht werden, gegenüber den eigenen Freunden, Verwandten und am Ende auch der Polizei. Zu keinem Zeitpunkt wird nachvollziehbar, warum die Situation derart eskalieren musste.
Auch die Art der Erzählweise überzeugt nicht, wenn im letzten Kapitel die Wahrheit anhand von Audio- und Videobotschaften plump präsentiert wird, statt sich aus einer schlüssigen Handlung zu ergeben. Mehr Show than tell hätte der Geschichte gut getan. 



Montag, 4. Mai 2026

Buchrezension: Annabel Monaghan - Summer Romance

Inhalt:

Ali Morris ist ein wahres Organisationstalent - nur mit dem eigenen Leben kommt sie seit dem Tod ihrer Mutter und dem Ende ihrer Ehe nicht mehr klar. Drei Kinder, die Herausforderungen des Alltags und ein kaputtes Herz lassen kaum Raum für Leichtigkeit. Doch dann begegnet ihr Ethan. Charmant, aufmerksam, witzig - und auch noch ziemlich gut im Umgang mit ihrem chaotischen Hund. Zwischen Herzklopfen und kleinen Rückschlägen spürt Ali, dass es manchmal gar nicht darum geht, perfekt zu sein. Sondern mutig. Und wer sagt, dass eine Sommerliebe nicht mehr sein kann als nur ein kurzer Flirt? 

Rezension:

Ali arbeitet als Ordnungscoach und liebt es, das Chaos ihrer Kunden zu beseitigen. In ihrem eigenen Leben sieht es nach dem Tod ihrer Mutter und der Trennung von ihrem Ehemann aber alles andere als aufgeräumt aus. Am Tag, als ihren Ehering abnimmt und endlich wieder eine ordentliche Hose anzieht, trifft sie im Hundepark auf Ethan, dem es nicht ausmacht, von ihrem Hund Ferris markiert zu werden. Was Ali zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß, ist dass Ethan der jüngere Bruder ihrer Freundin Frannie ist, der über den Sommer in Beechwood ist und schon als Teenager ein Auge auf Ali geworfen hatte. 
Ethan ist der erste Mann, von dem sich Ali seit Langem wahrgenommen fühlt und genießt die gemeinsame heimliche Zeit mit ihm. Es soll eine leichte Sommerliebe sein, aber das Vorhaben ist nicht so einfach mit ihren Gefühlen zu vereinbaren. 

"Summer Romance" ist ein Roman voller Herz und Humor, der so lebensecht und ehrlich geschrieben ist. Es fällt leicht, sich in Ali und ihre Lebenssituation hineinzuversetzen, die noch voller Trauer um ihre Mutter ist und die Trennung von Ehemann Pete verarbeiten muss, die sich weit weniger schmerzhaft anfühlt. Als sie versucht, ihr Leben als Mutter dreier Kinder wieder auf die Reihe zu kriegen, begegnet sie Ethan, der für Chaos in ihrem Herzen sorgt. 

Die Geschichte vereinbart mühelos leichte und ernste Themen. Die Dialoge und Charaktere sind so lebendig gestaltet, dass man die Chemie zwischen den Figuren spüren kann. Die Geschichte ist voller Summervibes, Empathie und Herzenswärme, aber auch von einer schmerzlichen Tiefe geprägt. Sowohl Ali als auch Ethan haben Schwierigkeiten, die nachvollziehbar sind, was die Charaktere nahbar macht. Ali muss lernen, mehr für sich selbst einzustehen und das unliebsame Hausfrauen-Image abzulegen, das sie sich übergestülpt hat und Ethan muss sich von seinem Image als unzuverlässiger Junggeselle befreien, das er in Devon zwar abgestreift hat, ihm in seiner Heimat Beechwood aber immer noch nachhängt. 

Die Liebesgeschichte entwickelt sich zart und respektvoll. Es ist keine stürmische Sommerliebe, auch wenn die Funken sprühen. Sie ist emotional und berührend, weshalb man unweigerlich mitfiebert, ob und wie Ali und Ethan ihre Liebe in ihren Alltag integrieren und eine gemeinsame Basis schaffen können. 
Neben der romantischen Liebe ist "Summer Romance" ein Roman über Selbstliebe und Selfcare, der, wie es das Cover verspricht, voller "Herz, Witz und Sehnsucht" ist. Die Entwicklung der Charaktere ist authentisch, die die Notwendigkeit erkennen, ihr Glück selbst in die Hand zu nehmen und dass es nie zu spät für einen Neuanfang ist.