Das Jahr hatte kaum begonnen, als Grace White und Henry Adler ihre Ehepartner verloren. Nun nähert sich das erste Weihnachtsfest seit ihrem Verlust, und um ihnen durch diese schwere Zeit zu helfen, versuchen ihre Mütter, Grace und Henry zu verkuppeln. Zwar finden beide diese Idee absurd, zugleich versteht keiner besser als sie selbst, was sie gerade durchmachen, und so entsteht eine zarte Freundschaft. Als Grace erfährt, dass Henry und seine Frau jeden Advent einen wahren Weihnachtsfilm-Marathon veranstaltet haben, bietet sie ihm für dieses Jahr Gesellschaft an. Auch ihre beiden Kinder, Ian und Bells samt Familienhund Harry Styles sind dabei, sooft es geht. Tatsächlich lässt mit jedem Treffen, ob mit oder ohne Film, die Einsamkeit von Grace und Henry ein wenig nach. Könnte das neue Jahr auch die Chance auf ein neues Glück bieten?
Rezension:
Henry und Grace sind seit knapp einem Jahr verwitwet, als die schwerste Zeit des Jahres bevorsteht: das erste Weihnachten ohne den Ehepartner. Während Grace Mutter von zwei Kindern ist und sich einen Hund zugelegt hat, ist Henry allein. Ihre Mütter versuchen sie miteinander zu verkuppeln, woraus sich eine Freundschaft entwickelt. Beide sind noch nicht bereit für einen neuen Partner, aber die Trauer verbindet sie. Gemeinsam setzen sie die Tradition von Henry und seiner Frau Brynn fort, in der Weihnachtszeit einen Weihnachtsfilm-Marathon zu zelebrieren. Trotz unterschiedlicher Meinungen über die bekannten Weihnachtsklassiker verbringen sie entspannte Abende und verlieren ein Stück ihrer Traurigkeit. Sie kommen sich langsam näher, aber die Hürden, sich ohne Schuldgefühle neu zu binden, sind nicht einfach zu überwinden.
Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven von Grace und Henry geschildert, so dass man beiden Charakteren nahekommt und ihre Gedanken und Gefühle nachvollziehen kann. Die zwei sind nach dem Verlust ihrer Ehepartner in Trauer, aber allmählich - wenn auch durch Druck von außen - bereit für die ersten Schritte zurück ins Leben.
Beide Hauptfiguren sind lebendige, liebenswerte Charaktere, die von Beginn an gut miteinander harmonieren. Während Grace als Mutter mehr Verantwortung trägt und schlagfertiger ist, hatte sich Henry über Monate eingeigelt und ist zurückhaltender. Die zarte Annäherung durch verständnisvolle Gespräche über Trauer und die verstorbenen Partner und die gemeinsam verbrachte Zeit beim Filme gucken, ist authentisch erzählt. Als sich aus Freundschaft tiefere Gefühle entwickeln und eine körperliche Anziehung spürbar ist, ist auch die Unsicherheit über den richtigen Zeitpunkt, sich neu zu verlieben, nachvollziehbar.
Trotz der allgegenwärtigen Trauer ist die Geschichte nicht schwermütig. Dafür sorgen die vielen
humorvollen Szenen und die sympathischen Haupt- und Nebenfiguren. Mit der Erwähnung der
modernen Weihnachtsklassiker, die Henry und Grace als Anlass für ihre Treffen nutzen, stellen sich zudem heimelige und nostalgische Gefühle ein.
"Henry & Grace" handelt von Trauer und Verlust, aber auch von Liebe, Hoffnung und Neuanfang. Die Geschichte hat die perfekte Balance aus Traurigkeit und Humor, ist voller belebendem Charme und stimmt optimistisch. Es ist eine herzerwärmende RomCom, die sich zwar nicht überraschend entwickelt, aber dennoch abwechslungsreich und unterhaltsam ist und ohne Kitsch und unnötige Missverständnisse auskommt. Mit dem Weihnachtscountdown bis Heiligabend ist sie als Wohlfühllektüre für die (Vor-)weihnachtszeit perfekt geeignet.





