Paris, 1967: Menie Grégoire gibt zum ersten Mal Millionen von Frauen in ihrer Radiosendung eine Stimme. Sie sprechen mit der "Beauvoir der Herzen" über verbotene Sehnsüchte, Verhütung und die patriarchalen Zwänge. Unter ihnen sind die Schwestern Mireille und Suzanne, die durch Menie den Mut finden, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Fünfzig Jahre später entdeckt die Journalistin Esther Menies Vermächtnis. Während sie sich durch die berührenden Briefe von damals liest, findet sie den Schlüssel für ihren eigenen Ausbruch aus einer toxischen Beziehung. Eine Hommage an all die Frauen, die sich über Jahrzehnte hinweg die Hand reichten, um einander den Weg der Befreiung zu ebnen.
Fünfzig Jahre später entdeckt die Journalistin Esther Menies Vermächtnis. Während sie sich durch die berührenden Briefe von damals liest, findet sie den Schlüssel für ihren eigenen Ausbruch aus einer toxischen Beziehung. Eine Hommage an all die Frauen, die sich über Jahrzehnte hinweg die Hand reichten, um einander den Weg der Befreiung zu ebnen.
Rezension:
Menie Grégorie arbeitete für die Zeitschrift Elle, wo sie sich insbesondere um Leserbriefe kümmert, bevor sie vom Radiosender RTL für eine Livesendung gewonnen werden konnte. Auch dort soll sie sich den Zuschriften der vor allem weiblichen Hörerinnen kümmern. Die Sendung am Nachmittag, wenn Frauen ihre Hausarbeit erledigt haben und Ehemänner noch bei der Arbeit sind, wird ein voller Erfolg. Frauen erhalten eine Stimme und Menie schenkt ihnen nicht nur ihr Gehör, sondern gibt vor allem bei heiklen Themen Ratschläge bis hin zu persönlicher Unterstützung.
Zu ihren Hörerinnen zählen die Schwestern Suzanne und Mireille, die sich mit Hilfe von Menie in ihren Leben beginnen zu emanzipieren.
Ein halbes Jahrhundert später beschäftigt sich die Journalistin Esther Kahn, die sich aus einer toxischen Beziehung befreien muss, mit Menies Leben, ihren Aufzeichnungen und den Problemen der Frauen von damals, was ihr neuen Mut verleiht.
Die Autorin ist die Enkelin von Menie Grégorie, die der starken und klugen Frau, die so vielen anderen Frauen in Fragen zur Sexualität helfen konnte, ein Denkmal setzt. Trotz des persönlichen Bezugs überwiegen die fiktiven Anteile der Geschichte, weshalb "Die Stunde der Frauen" mehr historischer Roman als Romanbiografie ist.
Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen und schildert aus der Ich-Perspektive die Gegenwart im Jahr 2021, als sich Journalistin Esther mit dem Wirken Menies beschäftigt und gleichzeitig endgültig die Beziehung zu ihrem gewalttätigen Partner beenden muss. Die Vergangenheit baut auf zwei Erzählsträngen um die Schwestern Suzanne und Mireille sowie Arbeit und Leben von Menie auf, die zusammengeführt werden.
Der Roman ist das Porträt einer Frau, die dreifache Mutter und Ehefrau ist und Ende der 1960er-Jahre mit über 50 Jahren eine Karriere beim Radio beginnt und den Mut hat, sich in ihrer Sendung "anstößigen" Themen zu widmen, wodurch Frauen den Mut finden, Fragen zu stellen und sich Hilfe zu suchen.
Dabei geht es vor allem um Themen, die mit Sexualität verbunden werden, um Aufklärung, Verhütung, Abtreibung, weibliche Lust oder sexuelle Gewalt. Menie trägt mit ihrer Sendung dazu bei, dass sich Frauen aus dem gesellschaftlichen Korsett und der Abhängigkeit von (Ehe-)männern befreien.
Emanzipation, Solidarität und Schwesternschaft rücken in den Fokus, während die einzelnen Figuren eher blass bleiben. Auch wenn Menies großartiges Engagement deutlich wird, wird auch sie als Hauptfigur durch die Schilderung einzelner Episoden nur unzureichend zum Leben erweckt. Der Roman gleicht einem Schweinsgalopp durch ihr Leben, geschildert im Zeitraum von 1932 und 1981, wobei Menie als Person auf Distanz bleibt. Ihr Wirken erscheint zudem zu geradlinig und problemlos, was angesichts des Zeitgeists kaum vorstellbar ist.





