Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will.
Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem – sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Es bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut?
Als Jara zum ersten Mal auf Anto trifft, ist diese zwar die schlechteste Spielerin auf dem Fußballplatz, aber trotzdem mit Abstand die mutigste. Die beiden freunden sich an, und schnell ist klar: Ihre Schwesternschaft steht über allem – sie teilen Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien. Jeden Abend ein neuer Plan, sie haben alles im Blick und alles im Griff. Bis ihnen Stück für Stück die Kontrolle entgleitet. Es bleibt die Frage: Wohin mit all der Wut?
Rezension:
Jara und Anto sind beste Freundinnen. Sie stammen aus unterschiedlichen sozialen Milieus und gehen auf unterschiedliche Schulen, verbringen aber jede freie Minute zusammen. Sie sind noch keine 16 Jahre, gehen aus, rauchen, trinken Alkohol, begehen Diebstähle und üben sich in Selbstverteidigung. Anto hat den Ausweis ihrer Mutter und das Geld und gibt in der Freundschaft den Ton an, während Jara bereitwillig Anto folgt und sich an ihren illegalen Aktionen beteiligt.
Anto liebt die Gefahr, doch als sie eines nachts von einer Zugbrücke in die Ruhr springt und zunächst nicht wieder auftaucht, ist Jara überfordert und weiß nicht, was jetzt von ihr erwartet wird.
Der Roman wird aus der alleinigen Perspektive von Jara geschildert, die perplex ist, als ihre beste Freundin Anto nach blinder Zerstörungswut mit einem Baseballschläger in die Ruhr springt. Sodann blickt sie zurück auf ihre Freundschaft und die gemeinsamen Erlebnisse seit dem ersten Tag, als sie sich auf einem Fußballplatz kennenlernten und Anto selbstbewusst schlecht spielte.
Die Geschichte springt dabei willkürlich zwischen der Gegenwart und den vergangenen Ereignissen hin und her. Die Kapitel sind mit ein bis drei Seiten sehr kurz, weshalb es jeweils nur Fragmente von Episoden sind und vieles nur angedeutet wird. Damit fällt es unheimlich schwer, einen Zugang zu den Charakteren - selbst zur Erzählerin Jara - zu erhalten und ihre Motive und Handlungen nachzuvollziehen oder auch nur Verständnis dafür zu entwickeln.
Klar ist eigentlich nur, dass es wütende Mädchen sind, die sich bedroht fühlen, aber sich ihre Freiheiten nehmen und kein Problem damit haben, Recht und Gesetz zu brechen. Sie fühlen sich wie Schwestern, aber die Freundschaft wirkt durch das Machtgefälle und die Dominanz von Anto toxisch. Und dann ist es ausgerechnet Jara, die die Kontrolle verliert und Anto, die damit nicht zurechtkommt.
Der Roman ist vor allem eins: anstrengend. Sowohl der abgehackte, fragmentarische Schreibstil, als auch die provokanten, verloren wirkenden Mädchen machen die Lektüre zu einem K(r)ampf. Am Ende ist nur Ratlosigkeit, die übrig bleibt.





