Es heißt, wenn eine Person in einer Familie instabil ist, bringt das die ganze Familie aus dem Gleichgewicht. Das gilt auch für die Familie von Olivia und Amy Shred. Olivia ist die strahlende Schwester im Rampenlicht, bis ihr umwerfendes Selbstvertrauen unberechenbar wird; ein Orkan, der bei den Menschen in ihrem Umfeld eine Spur der Verwüstung hinterlässt. Die jüngere Schwester Amy, vorsichtig, wohlorganisiert und fleißig, glaubt an Fakten, Beweise und die erfahrbare Welt. Doch nichts davon kann ihr erklären, was mit Ollie geschieht, hinter deren körperlicher Schönheit und Charisma sich eine bipolare Störung verbirgt, die Amys sorgfältig aufgebautes Leben immer wieder erschüttern wird. Doch trotz aller Belastungen sind Amy und Olivia doch untrennbar durch ihre schwesterlichen Bande geeint.
Rezension:
Amy fühlte sich von jeher im Schatten ihrer älteren Schwester Olivia, einem wilden, selbstbewussten Mädchen, dem alles nur so zuflog. Doch als Teenager wurde Ollie zunehmend anstrengend, hielt sich an keine Regeln und ihre Eltern waren unbeholfen im Umgang mit ihr. Sie nahm Drogen, wurde straffällig und besuchte verschiedene psychotherapeutische Einrichtungen.
Ollie kam und ging, während Amy versuchte, sich ein normales, gefälliges Leben aufzubauen. Als geborene Außenseiterin fällt es ihr schwer, Freundschaften zu schließen und Beziehungen zu führen.
Auch Jahre nach der Trennung ihrer Eltern und der wiederkehrenden Frage, was mit Ollie ist, hat Amy Schwierigkeiten, ein freies Leben führen, ist selbst in Therapie und wünscht sich nichts mehr, als ihre Schwester ohne die alles dominierende Krankheit.
Amy fühlte sich von jeher im Schatten ihrer älteren Schwester Olivia, einem wilden, selbstbewussten Mädchen, dem alles nur so zuflog. Doch als Teenager wurde Ollie zunehmend anstrengend, hielt sich an keine Regeln und ihre Eltern waren unbeholfen im Umgang mit ihr. Sie nahm Drogen, wurde straffällig und besuchte verschiedene psychotherapeutische Einrichtungen.
Ollie kam und ging, während Amy versuchte, sich ein normales, gefälliges Leben aufzubauen. Als geborene Außenseiterin fällt es ihr schwer, Freundschaften zu schließen und Beziehungen zu führen.
Auch Jahre nach der Trennung ihrer Eltern und der wiederkehrenden Frage, was mit Ollie ist, hat Amy Schwierigkeiten, ein freies Leben führen, ist selbst in Therapie und wünscht sich nichts mehr, als ihre Schwester ohne die alles dominierende Krankheit.
Der Roman wird ausschließlich aus der Perspektive von Amy, beginnend als Elfjährige, geschildert und umfasst mehr als 20 Jahre. Ihr Leben ist geprägt von ihrer älteren Schwester, dem "goldenen Kind", das trotz ihrer Verfehlungen immer mehr Aufmerksamkeit von ihren Eltern bekommen hat, als die brave Tochter Amy, deren Erziehung mühelos war. Amy hat deshalb selbst Probleme, Beziehungen einzugehen und sich für andere zu öffnen.
Die Kindheit ist dabei besonders eindrücklich beschrieben, da die Familie durch das Zusammenleben unmittelbar von den Auswirkungen der bipolaren Störung Ollies' betroffen war. Im Verlauf der Jahre taucht sie nur unregelmäßig auf - wenn sie in Schwierigkeiten steckt oder sich in einer manischen Phase befindet und Hoffnung schürt, dass sie sich therapeutisch oder medikamentös helfen lässt. Ollie erhält immer neue Chancen, die sie wieder und wieder enttäuscht und von einer mangelnden Einsicht über ihre Krankheit zeugt.
Überhaupt stellt sich unaufhörlich die Frage, wie viel ist die Krankheit, wie viel ist der Charakter und kann die Krankheit überhaupt vom Mensch getrennt werden?!
Es ist ein Drama, das authentisch die Folgen einer psychischen Erkrankung eines Familienmitglieds für die nahen Angehörigen beschreibt. Hilflosigkeit, Wut und Verzweiflung und eine anhaltende Sorge über das Wohlergehen oder weitere Katastrophen sind spürbar. Die Emotionen und die Entwicklung der Charaktere wirken damit lebendig und nachvollziehbar und erzählen eine Geschichte, die fesselt und berührt.
Offensichtlich wird, wie schwer, aber auch wie notwendig es ist, sich abzugrenzen, einen Menschen zu lieben und dennoch loszulassen, um sich selbst zu schützen. Diese innere Zerrissenheit dauert bis zum Schluss an, denn jede Stabilität ist eine Momentaufnahme, ist fragil und kann jederzeit umschlagen.





