Es ist 1987 und Cora ist auf dem Weg zum Amt, um die Geburt ihres Sohnes anzumelden - und seinen Namen. Noch ahnt sie nicht, wie sehr dieser Moment ihr Leben und das ihres Sohnes prägen wird.
Coras Mann Gordon, ein allseits beliebter Arzt, erwartet, dass sein Sohn nach alter Tradition den Namen des Vaters bekommt - und somit den von Generationen herrischer Männer vor ihm. Ihre Tochter Maia möchte den kleinen Bruder Bear nennen, und Cora selbst bevorzugt Julian, in der Hoffnung, dass ihr Sohn sich so zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln kann.
Coras Mann Gordon, ein allseits beliebter Arzt, erwartet, dass sein Sohn nach alter Tradition den Namen des Vaters bekommt - und somit den von Generationen herrischer Männer vor ihm. Ihre Tochter Maia möchte den kleinen Bruder Bear nennen, und Cora selbst bevorzugt Julian, in der Hoffnung, dass ihr Sohn sich so zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickeln kann.
Rezension:
1987 macht sich Cora zusammen mit ihrer neunjährigen Tochter auf den Weg, um die Geburt ihres Sohnes im Standesamt anzunehmen. Ihr Mann Gordon, ein in dem Ort angesehener Hausarzt, ist zu Hause dominant und möchte, dass der Sohn nach der Familientradition wie der Vater Gordon getauft wird. Cora möchte, dass ihr Sohn seinen eigenen Weg und nicht von dem Namen seiner Väter beeinflusst ist und zögert deshalb. Ihre Tochter schlägt den Namen Bear vor, den sie mit Mut und Stärke, aber auch mit Sensibilität verbindet. Cora bevorzugt Julian als "Himmelsvater".
Drei Namen, drei Lebenswege, drei Möglichkeiten von Selbstbestimmung.
Die drei Varianten erzählen die Geschichte der Familie im Zeitraum von 35 Jahren, wobei es jeweils Ausschnitte im siebenjährigen Abstand sind. Die Handlung ist deshalb episodenartig und lückenhaft und es braucht Konzentration, um beim Wechsel der Perspektive die Lebensumstände neu zu sortieren.
Aus drei Hauptfiguren werden neun Persönlichkeiten, die sich unterschiedlich entwickeln, weshalb keine echte Nähe zu ihnen aufgebaut werden kann. Die Wesensveränderungen und Entscheidungen können deshalb auch nicht unmittelbar nachvollzogen werden, da das Miterleben fehlt und nur die Resultate präsentiert werden.
Dennoch ist die Geschichte aufgrund ihrer Tragik und der eindringlichen, ungeschönten Erzählweise berührend und fordernd. Die Darstellung von häuslicher Gewalt - körperlicher und seelischer Natur - ist unerträglich, ohne dass zu sehr ins Detail gegangen werden muss. Selbst wenn sich das Ende in den Varianten unterscheidet, wird in allen Versionen deutlich, wie schwer ein Trauma wirkt und wie schwer es ist, seinen eigenen Lebensweg zu finden und glücklich zu werden.





