Verheiratete Menschen sind glücklicher, gesünder und produktiver. Um den Bürgern des Vereinten Königreiches den Hafen der Ehe schmackhaft zu machen, erlässt die Regierung ein Gesetz, das Verheirateten Privilegien verschafft: bessere Schulen für die Kinder, bessere Kredite, bessere Gehälter, Häuser in besseren Wohngegenden. Alles, was man für das schöne Leben tun muss, ist einen Smart-Marriage-Vertrag zu unterschreiben. Doch was bedeutet es, wenn man seine Beziehung einem Algorithmus anvertraut? Ein Witwer versucht verzweifelt, den Tod seiner Frau zu vertuschen, weil er nicht zwangsverheiratet werden will. Eine Hausfrau und Mutter macht Karriere als Vloggerin, bringt dabei aber ihre Familie an den Rand des Ruins. Ein Serienmörder wird zum Paartherapeuten, und ein queeres Paar gerät wegen seiner smarten Ehe in tödliche Gefahr.
Rezension:
Studien belegen, dass verheiratete Menschen gesünder, glücklicher und produktiver sind. Um Eheschließungen zu fördern, hat die britische Regierung deshalb das Gesetz für die Unantastbarkeit der Ehe erlassen. Wer den Vertrag über eine Smart-Ehe abschließt, kommt in Genuss zahlreicher (finanzieller) Privilegien, verpflichtet sich jedoch auch, staatliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, sollte es in der Ehe kriseln. Um dies zu garantieren, werden Gespräche der Ehepartner aufgezeichnet und ausgewertet.
Das Gesetz hat zahlreiche Befürworter, aber auch immer mehr Gegner, die zum Widerstand aufrufen, den Tod einer bekannten Influencerin zur Folge hat.
"The Marriage Act" ist die lose Fortsetzung von "The ONE. Finde dein perfektes Match", als mittels eines Gentests der perfekte Partner gefunden werden sollte. Nunmehr ist es KI, die den Menschen überwacht, um dafür Sorge zu tragen, dass die Ehen stabil sind oder im Zweifel ein neue Verbindung eingegangen werden muss.
Der Roman wird in kurzen Kapiteln aus fünf verschiedenen Perspektiven geschildert, wodurch ein Einblick in den Alltag von Gegnern und Befürwortern des Gesetzes in verschiedenen Lebenssituationen ermöglicht wird.
Jeffrey ist einer der staatlichen Beziehungsbegleiter, der die Ehe eines homosexuellen Paares optimieren soll, allerdings eine persönliche Agenda verfolgt.
Arthur versucht seiner Beziehungsbegleiterin auszuweichen, um zu verhindern, dass er von seiner an Demenz erkrankten Frau getrennt und zwangsweise neu verpartnert wird.
Corrine steht kurz vor der Scheidung ihrer herkömmlichen Ehe, die jedoch von ihrem Ehemann hinausgezögert wird.
Roxi ist eine krasse Befürworterin von Überwachung durch KI, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Sie propagiert ihre Meinung online und gibt alles dafür, berühmt zu werden.
Anthony arbeitet für die Regierung, wobei er im Verborgenen tätig ist und nicht einmal seine Frau weiß, wozu er fähig ist.
Jeffrey ist einer der staatlichen Beziehungsbegleiter, der die Ehe eines homosexuellen Paares optimieren soll, allerdings eine persönliche Agenda verfolgt.
Arthur versucht seiner Beziehungsbegleiterin auszuweichen, um zu verhindern, dass er von seiner an Demenz erkrankten Frau getrennt und zwangsweise neu verpartnert wird.
Corrine steht kurz vor der Scheidung ihrer herkömmlichen Ehe, die jedoch von ihrem Ehemann hinausgezögert wird.
Roxi ist eine krasse Befürworterin von Überwachung durch KI, um für mehr Sicherheit zu sorgen. Sie propagiert ihre Meinung online und gibt alles dafür, berühmt zu werden.
Anthony arbeitet für die Regierung, wobei er im Verborgenen tätig ist und nicht einmal seine Frau weiß, wozu er fähig ist.
"The Marriage Act" ist ein fesselnder Near-Future-Roman mit einem Szenario, dass sich erschreckend realistisch anfühlt. Die Smart-Ehe, die von der britischen Regierung als Lösung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Probleme propagiert wird, bedeutet eine Zweiteilung der Gesellschaft, in diejenigen, die eine Smart-Ehe eingehen und diejenigen, die diese ablehnen sowie eine Überwachung durch den Staat und KI. Freiheit und Gleichheit gibt es in einem solchen System nicht mehr, was ein Großteil der Bevölkerung jedoch zu spät erkennt.
Aus den unterschiedlichen Perspektiven geschildert, zeigt sich schon bald, dass nur mit Repression und Gewalt an dem neuen Ehegesetz festgehalten werden kann. Gleichzeitig scheinen sich auch die Gegner zu radikalisieren. Was dies für die einzelnen Figuren bedeutet, ist grausam und beängstigend, insbesondere wenn sie versuchen, aus dem System zu entkommen.
Aus den unterschiedlichen Perspektiven geschildert, zeigt sich schon bald, dass nur mit Repression und Gewalt an dem neuen Ehegesetz festgehalten werden kann. Gleichzeitig scheinen sich auch die Gegner zu radikalisieren. Was dies für die einzelnen Figuren bedeutet, ist grausam und beängstigend, insbesondere wenn sie versuchen, aus dem System zu entkommen.
Das Worldbuilding ist originell und kombiniert gelungen Dystopie und Thriller mit Gesellschaftskritik. Der Roman handelt vom Zwiespalt aus Freiheit und Kontrolle, Autonomie und Sicherheit und wie leichtsinnig Menschenrechte für Versprechungen von höchster Stelle aufgegeben werden. Es geht um Manipulation, Erpressung, Hass bis hin zum Mord, was die gefährlichen Folgen der Gesetzgebung auf eindringliche Weise zeigt, die Geschichte aber auch etwas einseitig werden lässt.





