Freitag, 30. Oktober 2026

Buchrezension: Cecelia Ahern - Love Unlocked

Inhalt:

Melody und die Liebe – das ist bisher eine Geschichte ohne Happy End. Zu unsicher ist ihr die Sache mit den Gefühlen, zu wenig vertraut sie ihrem eigenen Herzen. Al und die Liebe – das war ein „match made in heaven“. Bis eine tiefe Enttäuschung auch ihn zum Liebesskeptiker werden lässt. Doch dann passiert die Sache mit den Liebesschlössern: Eine Brücke in Dublin droht unter ihrem Gewicht nachzugeben, Al lässt sie entfernen, und eine Welle von Trennungen ist die Folge. Melody macht die Sache in ihrem Podcast zur Sensation. Doch je mehr sie recherchiert, desto näher kommt sie Al. Aus Recherche wird Flirt, aus Flirt wird Nähe. Doch wird aus Nähe am Schluss auch Liebe?

Rezension:

Melody hat ihren Freund abrupt verlassen, kurz bevor er um ihre Hand anhalten wollte. Als sie erfährt, wie viele Paare sich in letzter Zeit in ihrer näheren Umgebung und darüber hinaus genau am selben Tag getrennt haben, macht sie das Phänomen zum Thema ihres Podcasts und findet heraus, dass an dem Tag die Liebesschlösser an einer Dubliner Brücke aus Sicherheitsgründen entfernt wurden.
Verantwortlich dafür ist Al, der von der Liebe bitter enttäuscht wurde und voller Rachegelüste gegenüber seiner Ex-Verlobten ist, die ihn für seinen besten Freund verlassen hat.
Als er auf Melody trifft, spürt Al zum ersten Mal seit der Trennung ein wenig Leichtigkeit. Sich bewusst, dass beide nicht bereit für eine Beziehung sind, stürzen sie sich in einen unverbindlichen Flirt.

Der Roman wird aus der Sicht beider Hauptfiguren geschildert, die der Liebe aus unterschiedlichen Gründen abgeschworen haben. Melody und Al sind individuell gestaltet. Sie sind voller Eigenheiten, Ecken und Kanten. Romantiker Al, der von nichts anderem als einer harmonischen Beziehung und einer großen Familie geträumt hat, ist zu Beginn verbittert und regelrecht hasserfüllt. Bei seinen Schikanen gegen seine ehemalige Freundin und seinen ehemaligen besten Freund überschreitet er jegliche Grenzen des gutem Geschmacks und der Legalität. Melody genießt ihre individuelle Freiheit und fühlt sich von Beziehungen erdrückt. Sie hat Angst, sich fest zu binden, schafft es aber nicht einmal, allein zu schlafen. Sie ist fordernd, sprunghaft und stößt ihre Gegenüber häufig vor den Kopf.

Die besonderen Charaktere machen die Story aus, gleichzeitig weckt das Phänomen der Trennungen nach der Demontage der Liebesschlösser das Interesse für eine romantische und magische Geschichte. 
Der Roman handelt von den Schattenseiten der Liebe, schmerzhaften Trennungen, mangelnder Kompromissbereitschaft und der Angst vorm Scheitern und hat damit eine bittersüße Note. Nach einem unterhaltsamen Beginn, dem Kennenlernen der Charaktere und den verrückten Aktionen Als, verliert sich die Geschichte in unfertigen Nebenhandlungen hinsichtlich Melodys Beziehung zu ihren Eltern oder der Ehe ihrer Podcast-Kollegin Prunella. 

In Bezug auf die beiden Hauptfiguren ist im Verlauf der Geschichte eine charakterliche Weiterentwicklung zu erkennen, wobei die Einsicht ähnlich abrupt erfolgt wie die Liebe zueinander. Vor dem Hintergrund ihrer Erfahrungen wirkt dies nicht nachvollziehbar plötzlich und gipfelt in einem überzogenen Happy End. 
Die Bedeutung und Symbolik der Liebesschlösser erhält im Gegensatz dazu zu wenig Raum, weshalb die charmante Plotidee nicht das volle Potenzial ihrer Magie ausschöpft. 

Mittwoch, 28. Oktober 2026

Buchrezension: Steve Cavanagh - Kill for Me

Inhalt:

An einem kalten New Yorker Abend lernen sich zwei Frauen in einer Selbsthilfegruppe für Trauernde kennen: Amanda und Wendy können nicht mit der Vergangenheit abschließen, nachdem sie ihre Liebsten durch brutale Verbrechen verloren haben. Beide warten vergeblich darauf, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. So schließen sie einen Pakt: Amanda wird den Mann töten, der Wendys Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Und Wendy wird Wallace Crone umbringen, den Mörder von Amandas kleiner Jess. Doch der Plan geht schrecklich schief. Denn eine der beiden spielt ein falsches Spiel. 

Rezension: 

Amanda und Wendy lernen sich bei einer Selbsthilfegruppe zur Traumatherapie kennen. Beide Frauen haben ihre Liebsten verloren und kommen nicht darüber hinweg, dass die Tatverdächtigen sich ihrer gerechten Strafe aus Mangel an Beweisen entziehen konnten. In ihrem Wunsch nach Rache vereint, schließen sie einen Pakt. Wendy wird den Entführer und Mörder von Amandas Tochter töten und Amanda den Vergewaltiger und Mörder von Wendys Tochter.
Ebenfalls in New York wird Ruth in ihrem eigenen Zuhause brutal niedergestochen und entkommt nur mit Glück mit dem Leben davon. Obschon sie eine Beschreibung des Täters abgeben kann, ist die Chance gering, den mutmaßlichen Serientäter zu ergreifen, der keine Spuren hinterlässt. 

Der Roman ist auf Handlungssträngen aufgebaut, die zunächst keine Verbindung haben, als dass es sich bei den beiden weiblichen Hauptfiguren um Opfer von Gewaltverbrechen in New York handelt und das Ermittlungsduo Hernandez und Farrow sich an den Kriminalfällen die Zähne ausbeißen. 

Im Fall von Amanda ist ihre Wut und Verzweiflung nachvollziehbar. Ihre Tochter wurde getötet, ihr Mann nahm sich anschließend das Leben und der Mörder ist auf freiem Fuß. Sie möchte die Tat rächen und lässt sich deshalb auf einen verhängnisvollen Plan mit einer unbekannten Frau ein, die ebenso traumatisiert ist, wie sie selbst. Der Klappentext verrät bereits, dass die Umsetzung scheitern wird, was die Spannung nur marginal lindert. Denn das Motiv der Frau ist ebenso unklar, wie der zweite Erzählstrang um Ruth, damit in Zusammenhang stehen könnte, die seit dem Überfall an Panikattacken leidet und massiv verängstigt ist, dass der entkommene Täter erneut zuschlagen könnte.  

Der Psychothriller ist vielschichtig, clever konstruiert und anhaltend spannend. Die Leben von Amanda und Ruth haben Wendungen genommen, die sie nicht akzeptieren können und was sie dazu bringt, unmoralische und ungesetzliche Dinge zu tun. Die Geschichte geht dabei weit über Rache, Selbstjustiz und blinde Gewalt hinaus. Es geht überdies um Vertrauensbrüche, Manipulation, Trauer und dem Wunsch nach einem Neuanfang. 
"Kill for me" ist mit seiner Mischung aus Drama und Thriller mitreißend und fesselnd und überrascht mit einer raffinierten Wende, die die beiden Handlungsstränge logisch zusammenführt. 

Montag, 26. Oktober 2026

Buchrezension: Emily Stone - Ein Fest nur für uns beide

Inhalt:

Seit einem halben Jahr versucht Mel über die gescheiterte Beziehung mit Finn hinwegzukommen. Doch nun steht er vor ihrer Tür – mitten im tiefsten Winter, kurz vor Weihnachten mit einer Bitte, die alles verändert: Für eine Woche soll sie so tun, als wären sie wieder zusammen. In einem traumhaften Cottage in den schottischen Highlands, umgeben von seinen Verwandten, verschneiten Hügeln und knisternden Kaminfeuern, ein letztes Mal. Während Finns funkelnde graugrüne Augen, seine Lebenslust und die Vertrautheit mit seiner Familie in Mel alte Erinnerungen wecken und ihr Widerstand ihm gegenüber immer weiter bröckelt, muss sie sich fragen, ob diese Feiertage wirklich nur eine zweite Chance zum Abschied sind. 

Rezension: 

Mel lebt in London und ist beruflich als Schmuckdesignerin mit einem eigenen Label erfolgreich. Doch kurz vor Weihnachten ist sie einsam. Ihr Freund Finn hat sich vor einem halben Jahr überraschend von ihr getrennt, ihre beste Freundin ist für ein Jahr in Australien und ihre Eltern gönnen sich zum ersten Mal in ihrem Leben eine Fernreise.
Als Finn nun vor ihrer Tür steht und sie bittet, einen Weihnachtsurlaub mit seiner Familie in einem Cottage in den schottischen Highlands zu verbringen und dabei so zu tun, als wären sie wieder ein Paar, willigt Mel unter der Bedingung ein, sich anschließend von ihm zu trennen, um ihm die Demütigung heimzuzahlen. Zudem liebt sie seine Familie und möchte sich in der Woche von ihr verabschieden.
Doch Mel hat nach wie vor Gefühle für ihn, was weder den Aufenthalt noch den Racheplan einfach macht.

Zugegebenermaßen wirkt das Szenario etwas weit hergeholt: Mel wurde abserviert und erfüllt Finn trotzdem seinen Gefallen? Finn hat sich vor seiner gesamten Familie von ihr getrennt und macht die Trennung nur für ein harmonisches Weihnachtsfest rückgängig? Aber... give it a chance.

Der Roman wird in der Gegenwart in den 14 Tagen vor Weihnachten aus der Perspektive von Mel geschildert. Daneben gibt es Rückblenden aus Finns Sicht, die in aller Kürze von den drei Jahren bis zur Trennung vor einem halben Jahr handeln.
Es ist eine Mischung aus Fake Dating, Second Chance, Enemies-to-Lovers und Found Family, die mit dem verschneiten Setting in Schottland, Glühwein und knisterndem Kaminfeuer sowie gemeinsamen familiären Erlebnissen für eine weihnachtliche Stimmung sorgt. 

Es ist zu spüren, dass sich Mel und Finn immer noch lieben. Beide haben viele Gemeinsamkeiten, sind kreativ und handwerklich begabt - und voller Selbstzweifel. Lange bleibt im Dunkeln, warum es überhaupt zur Trennung kam und ob sie ihre Differenzen überwinden können. Daneben haben die Nebenfiguren mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen, wovon jedoch nichts ausführlicher thematisiert wird.  

Die Geschichte sorgt für (vor-)weihnachtliche Atmosphäre, inhaltlich fehlt es ihr jedoch an Originalität, Dramatik und Romantik und ist im Vergleich zu den anderen Winterromanen von Emily Stone weit weniger tiefgängig und emotional. Die Botschaft für mehr Selbstfürsorge, den Mut, neu anzufangen und die eigenen Träume zu leben statt die Erwartungen anderer zu erfüllen, erfolgt, bezogen auf nahezu alle Personen, inflationär.