Die sechsjährige Ruby ist ein besonderes Mädchen: in sich gekehrt, still, langsamer als andere Kinder. Nathalie widmet Ruby ihre ganze Aufmerksamkeit und hat viel für sie aufgegeben. In ihrem neuen Zuhause auf dem Land soll Ruby endlich aufblühen. Doch dort geschehen seltsame Dinge. Fenster und Türen stehen plötzlich offen, die anderen Eltern fangen an, sich komisch zu benehmen. Ihr Mann Gabriel versucht unerschütterlich, Nathalie zu beruhigen, doch sie fühlt sich in ihrem eigenen Zuhause nicht mehr sicher. Eines Tages malt Ruby ein Bild, das alles verändert. Und Nathalie muss sich fragen, welchen Preis sie für ihr Glück zu zahlen bereit ist.
Rezension:
Nathalie und ihr Mann Gabriel sind auf das Land gezogen, damit ihre sensible Tochter Ruby, die oft in ihrer eigenen Welt lebt, dort noch behüteter aufwachsen kann. Nathalie bringt Ruby in den Kindergarten, kümmert sich darüber hinaus aber rund um die Uhr um die Sechsjährige. Ihr Mann kann zudem die meiste Zeit im Homeoffice arbeiten, weshalb die Familie die meiste Zeit unter sich ist und ihr harmonisches Zusammenleben genießt.
Ruby kann sich im Kindergarten nur schlecht integrieren und hinkt gleichaltrigen Kindern in der Entwicklung hinterher. Nathalie fühlt sich von den besorgten Erzieherinnen unter Druck gesetzt und nötigt Ruby geradezu, ein "richtiges" Bild mit Formen und Farben zu malen, bereut sie die Entscheidung sogleich, denn die Zeichnung ist schockierend.
Als Nathalie alarmiert nachforscht, was es mit Rubys Verhalten auf sich hat, macht sie eine Entdeckung, die ihr idyllisches Familienleben zerstören könnte.
Der Roman wird überwiegend aus der Perspektive von Nathalie erzählt. Daneben gibt es einzelne Einblicke in Gabriels Gedankenwelt sowie Rückblenden in die Vergangenheit, die mehr über die Entwicklung der Familie offenbaren.
Eine unterschwellige Spannung ist von Anbeginn vorhanden, denn die Atmosphäre wirkt bedrohlich und das zurückgezogene Familienleben verdächtig. Allmählich zeigt sich, dass die Harmonie aufgesetzt ist und dass Nathalie und Gabriel ein dunkles Geheimnis verbindet.
Mit Nathalies Entdeckung vollzieht sich eine Wende, die belegt, dass nichts ist, wie es scheint. Nathalie muss Handeln, um sich und ihre Tochter zu schützen. Doch wie weit wird sie gehen?
"Aprikosenkind" ist ein Psychothriller über Manipulation, Kontrolle, Missbrauch und Mutterliebe, der durch die lauernde Gefahr und die anhaltende Sorge um das Wohlergehen eines unschuldigen Kindes für anhaltende Spannung sorgt. Gleichzeitig befinden die Figuren sich in so einem Schlamassel, dass Hilfe von außen nur schwer möglich ist.


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