Mittwoch, 28. Oktober 2026

Buchrezension: Steve Cavanagh - Kill for Me

Inhalt:

An einem kalten New Yorker Abend lernen sich zwei Frauen in einer Selbsthilfegruppe für Trauernde kennen: Amanda und Wendy können nicht mit der Vergangenheit abschließen, nachdem sie ihre Liebsten durch brutale Verbrechen verloren haben. Beide warten vergeblich darauf, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird. So schließen sie einen Pakt: Amanda wird den Mann töten, der Wendys Tochter vergewaltigt und ermordet hat. Und Wendy wird Wallace Crone umbringen, den Mörder von Amandas kleiner Jess. Doch der Plan geht schrecklich schief. Denn eine der beiden spielt ein falsches Spiel. 

Rezension: 

Amanda und Wendy lernen sich bei einer Selbsthilfegruppe zur Traumatherapie kennen. Beide Frauen haben ihre Liebsten verloren und kommen nicht darüber hinweg, dass die Tatverdächtigen sich ihrer gerechten Strafe aus Mangel an Beweisen entziehen konnten. In ihrem Wunsch nach Rache vereint, schließen sie einen Pakt. Wendy wird den Entführer und Mörder von Amandas Tochter töten und Amanda den Vergewaltiger und Mörder von Wendys Tochter.
Ebenfalls in New York wird Ruth in ihrem eigenen Zuhause brutal niedergestochen und entkommt nur mit Glück mit dem Leben davon. Obschon sie eine Beschreibung des Täters abgeben kann, ist die Chance gering, den mutmaßlichen Serientäter zu ergreifen, der keine Spuren hinterlässt. 

Der Roman ist auf Handlungssträngen aufgebaut, die zunächst keine Verbindung haben, als dass es sich bei den beiden weiblichen Hauptfiguren um Opfer von Gewaltverbrechen in New York handelt und das Ermittlungsduo Hernandez und Farrow sich an den Kriminalfällen die Zähne ausbeißen. 

Im Fall von Amanda ist ihre Wut und Verzweiflung nachvollziehbar. Ihre Tochter wurde getötet, ihr Mann nahm sich anschließend das Leben und der Mörder ist auf freiem Fuß. Sie möchte die Tat rächen und lässt sich deshalb auf einen verhängnisvollen Plan mit einer unbekannten Frau ein, die ebenso traumatisiert ist, wie sie selbst. Der Klappentext verrät bereits, dass die Umsetzung scheitern wird, was die Spannung nur marginal lindert. Denn das Motiv der Frau ist ebenso unklar, wie der zweite Erzählstrang um Ruth, damit in Zusammenhang stehen könnte, die seit dem Überfall an Panikattacken leidet und massiv verängstigt ist, dass der entkommene Täter erneut zuschlagen könnte.  

Der Psychothriller ist vielschichtig, clever konstruiert und anhaltend spannend. Die Leben von Amanda und Ruth haben Wendungen genommen, die sie nicht akzeptieren können und was sie dazu bringt, unmoralische und ungesetzliche Dinge zu tun. Die Geschichte geht dabei weit über Rache, Selbstjustiz und blinde Gewalt hinaus. Es geht überdies um Vertrauensbrüche, Manipulation, Trauer und dem Wunsch nach einem Neuanfang. 
"Kill for me" ist mit seiner Mischung aus Drama und Thriller mitreißend und fesselnd und überrascht mit einer raffinierten Wende, die die beiden Handlungsstränge logisch zusammenführt. 

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