Mittwoch, 1. Januar 2020

Buchrezension: Anna McPartlin - So was wie Liebe

Inhalt:

"Pechmarie" – so wird sie in Kenmare heimlich genannt. Marys erste große Liebe kam ums Leben, als sie schwanger war. Und auch ihren Sohn hat sie verloren. Ihre Freunde würden alles dafür tun, Mary endlich wieder lachen zu sehen. Große Hoffnungen ruhen auf Sam, dem neuen Nachbarn: Er ist der Erste, der die junge Frau aus der Reserve lockt. Leider hat Sam selbst mit Geistern aus der Vergangenheit zu kämpfen. Und jemand wartet nur auf den richtigen Moment, die schockierende Wahrheit über ihn ans Licht zu bringen.

Rezension: 

Marys erste Liebe Robert kam vor elf Jahren ums Leben, als sie mit 17 Jahren schwanger war. Ihr Sohn Ben kam im Alter von fünf Jahren tragisch ums Leben. Mary lebt seitdem zurückgezogen mit ihrem uralten Hund Mr. Monkels in ihrem Cottage. 
Ex-Musiker Sam zieht nach einem erfolgreichen Drogenentzug von New York in die Heimat seiner Großmutter nach Kenmare, um zur Ruhe zu kommen und sich vor einem Rückfall in die Heroinsucht zu schützen. Von seiner missmutigen Nachbarin ist er wenig angetan. Beide versuchen sich, so gut es geht, aus dem Weg zu gehen, doch in der Kleinstadt kreuzen sich ihre Wege ganz automatisch. 

Der Klappentext suggeriert eine sich abzeichnende Liebesgeschichte zwischen Mary und Sam, das Buch umfasst jedoch noch drei weitere Charaktere in Kenmare, einer Kleinstadt in der Nähe von Kerry in Irland, die ebenfalls vom Schicksal gebeutelt sind. Da ist Marys beste Freundin Penny, die ihren Liebeskummer mit Alkohol zu ertränken versucht, Marys Freund Adam, der seine große Liebe verlassen muss, um seine Kinder nicht zu verlieren und Marys Cousin Ivan, der von seiner Ehefrau verlassen wurde und seine Kinder kaum sieht. Statt einer einzigen Liebesgeschichte stehen vielmehr die Problemfelder wie Trauer- und Traumabewältigung sowie ein Kampf gegen Drogensucht. 

Es sind fünf berührende Schicksale, die fast zu viel für einen Roman sind. Da es sich bis auf Sam jedoch um einen Freundeskreis handelt, sind die Einzelgeschichten eng miteinander verbunden. 
Mary und Sam sind die Schlüsselfiguren des Romans, die aufgrund ihrer Erlebnisse in der Vergangenheit jeweils ein einsames Leben führen. Die Kapitel sind ergänzend aus den Perspektiven der drei Nebencharaktere geschildert, die ebenfalls eine eigene Stimme haben. Es ist ein Roman der viele schwerwiegende Themen wie Tod und Trauer, Drogen- und Alkoholabhängigkeit, Ehebruch und Betrug behandelt. Dabei zeigt sich, wie wichtig ein Zusammenhalt in der Familie und verlässliche Freundschaften sind, um schwere Zeiten zu überstehen. 
Auch wenn der Roman aufgrund der großen Anzahl bedrückender Schicksal etwas überladen war, habe ich mich in den jeden einzelnen Charakter hineinversetzen, seine Gefühle und Handlungen nachvollziehen können. Der Schreibstil von Anna McPartlin, von der ich schon mehrere jüngere Romane gelesen habe, ist auch bei dieser schon 2006 geschriebenen Erzählung gewohnt eingängig und warmherzig. Die Handlung ist nicht auf eine vorhersehbare Liebesgeschichte beschränkt, sondern abwechslungsreich erzählt und man ist gespannt darauf zu erfahren, ob und wie jeder einzelne seine Vergangenheit hinter sich lassen kann, um seinem Leben eine neue Richtung zu geben und hoffentlich glücklicher neu anzufangen. 
Das Buch ist anders als erwartet - eben nur "so was wie" Liebe und keine unbeschwerte Romanze. 




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