Nach dem Tod des Familienvaters Ray lädt Mutter Connie ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern in eine abgelegene schottische Lodge ein. Zehn Tage sollen sie dort verbringen: nachtrauern, zusammenrücken, vielleicht neu beginnen. Doch Connie hütet ein brisantes Geheimnis: Rays Testament – und die Wahrheit, die es an die Oberfläche bringen wird. Während Connie den richtigen Moment für ihre Offenbarung sucht, kippt die Stimmung wie das Wetter in den Highlands. Wer steht zu wem? Und was geschieht, wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert, sondern mit am Tisch sitzt?
Rezension:
Connie Hunter versammelt nach dem Tod ihres Ehemanns ihre Familie in der Ferienlodge in den schottischen Highlands. Sie möchte ihren Töchtern das Testament ihres Vaters eröffnen, mit dem er ein jahrzehntealtes Geheimnis enthüllt, das alle erschüttern wird.
Doch nicht nur Connie hat Probleme, sich einer unbequemen Wahrheit zu stellen. Darby und ihr Schwager Adrian haben ein Geheimnis, das sie verbindet und über das sie schweigen um Darbys Schwester Kate zu schützen. Kate hingegen vermutet, dass Darby und Adrian eine Affäre haben. Die jüngste Schwester Bea ist schwanger und schweigt sich über die wahre Identität des Vater des Kindes aus. Währenddessen ist Darbys Stiefsohn Theo voller Wut und hegt Mordgedanken.
In der aufgeladenen, misstrauischen Stimmung droht die Lage zu eskalieren.
Der Roman ist in drei Teile untergliedert. Der erste Teil handelt in der Gegenwart und wird aus den Perspektiven von Connie, ihren drei Töchtern und Theo geschildert. Er dient der Vorstellung der Charaktere und demonstriert die Familiendynamik. In den Vordergrund rücken jedoch die kleinen und großen Geheimnisse, die (fast) jeder von ihnen hat und die die vorgebliche Familienidylle nach dem Tod des Patriarchen zu zerstören droht.
Teil zwei handelt 40 Jahre zuvor aus wechselnden Perspektiven von Connie und ihrem Mann Ray. Connies angedeutetes Geheimnis wird darin enthüllt, wirkt aber mit der Offenbarung des Charakters Rays noch einmal erschütternder.
Im dritten und letzten Teil zeigt sich die Tragik der ganzen Familiengeschichte. Es werden nicht nur düstere Geheimnisse offenbart, die zu erahnen waren, es kommt auch noch zu weiteren Enthüllungen, die überraschen und so manchen Charakter in einem anderen Licht stehen lassen.
"Eine zu viel" ist ein spannendes Familiendrama, das vor allem durch die Abgeschiedenheit der Lodge, der Tatsache, dass es bei dem Familientreffen kein einfaches Entkommen gibt und den Verletzungen und Enttäuschungen, denen sich die Protagonisten stellen müssen, Nervenkitzel entwickelt. Gerade am Ende, wenn Sturm und Regen zunehmen und die Figuren sich unberechenbar verhalten, zeigt sich die bedrohliche Lage, die bisher nur unterschwellig zu spüren war.
Nach einem gemächlichen Beginn und sehr plakativ angedeuteten Geheimnissen entwickelt die Geschichte erst am Ende einen regelrechten Sog. Resümierend ist die Familie allerdings mit so vielen Lügen und bösem Blut belastet, dass die Geschichte überkonstruiert wirkt und auch die letzte Wende etwas weit hergeholt erscheint.


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