Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie.
Rezension:
Tricia und Ethan sind auf der Suche nach ihrem Traumhaus und möchten ein abgelegenes Herrenhaus besichtigen. Als sie dort ankommen, ist die Maklerin nicht vor Ort, aber wegen eines Schneesturms verschaffen sich die beiden eigenmächtig Zugang in das Haus. Sie finden heraus, dass die letzte Eigentümerin des Hauses Dr. Adrienne Hale war, eine renommierte Psychiaterin, die vor drei Jahren spurlos verschwand.
Tricia hat ein beklemmendes Gefühl, aber aufgrund der Wetterverhältnisse müssen sie erst einmal in dem Haus bleiben. Auf der Suche nach Ablenkung stößt sie auf ein Geheimzimmer mit Tonaufnahmen von Dr. Hales Therapiesitzungen. Während sie anhand der Aufzeichnungen mehr über die Psychiaterin und ihre bedrohlichen Patienten erfährt, kommt sie immer mehr zu der Überzeugung, dass noch jemand in dem Haus ist. Aber Ethan glaubt ihr nicht...
"Die Psychiaterin" ist ein kurzweiliger und leicht zu lesender Thriller. Die Spannung baut sich durch den Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gemächlich, aber stetig auf. Tricia schildert aus der Ich-Perspektive ihr Unbehagen im Haus der Psychiaterin, während man über Rückblenden erfährt, was sich im Leben von Dr. Hale wenige Wochen vor ihrem Verschwinden ereignet hat. Für erzählerische Abwechslung sorgen die Tonbandaufzeichnungen einzelner Therapiesitzungen, wobei die Identität der Patienten nicht immer ganz klar ist und Spielraum für Spekulationen in der Gegenwart lässt.
Die "Meisterin der Plottwists" überrascht auch in diesem Roman mit einer Wendung, die zwar überrascht, aber wenig raffiniert ist und einzig auf der Unzuverlässigkeit der Erzählerin beruht. Nahezu alle Details, die in der Gegenwart für Ungereimtheiten sorgen und Ängste ob der Sicherheit Tricias schüren, stellen sich im Nachhinein als fragwürdig, mitunter komplett unlogisch, heraus.
Selbst wenn man in Betracht zieht, dass die Geschichte im Umfeld einer Psychiaterin handelt, wimmelt es hier nur so von Psychopathen, die die ach so erfolgreiche Dr. Hale mehr schlecht als recht therapiert hat.
"Die Psychiaterin" ist unterhaltsam und herrlich böse, führt die/ den LeserIn aber einfach nur an der Nase statt mit eine überraschenden Wende zu verblüffen.


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