Montag, 22. August 2016

Buchrezension: Lena Marten - Ausgerechnet du

Inhalt:

Jenny hat einfach kein Glück mit den Männern! Schlimm genug, dass sie wieder einmal von einem Typen sitzen gelassen wurde. Jetzt stellt sich auch noch heraus, dass ihr neuer Kollege ausgerechnet Tobi ist. Tobi, der ihre erste große Liebe war - und den sie niemals wiedersehen wollte. So viel Pech kann man doch gar nicht haben! In einem Anfall von Selbstmitleid ruft Jenny bei einer Wahrsagerin an. Die prophezeit ihr, dass sie den Mann ihres Lebens am 14. Februar treffen wird. Tatsächlich lernt Jenny an diesem Tag Gregor kennen. Doch ob der mit seinen seltsamen Ansichten und seiner langweiligen Art wirklich der Richtige für sie ist? Zumal Tobi in ihr Gefühle hat aufleben lassen, die sie eigentlich längst vergessen glaubt.

Rezension:

Jenny ist Anfang 20, auf der Suche nach einem Job und trifft in einem Café völlig unerwartet ihre Jugendliebe Tobi wieder. Eigentlich ist sie leidenschaftliche Sängerin und tritt anonym in Clubs unter dem Künstlernamen "Kitty Black" auf. Auf Druck ihrer Eltern hat sie BWL studiert, um später die Firma ihres Vates übernehmen zu können. Dieser hat ihr auch aktuell einen Job bei einem Freund und Kollegen von sich vermittelt. Dort muss sie sich ausgerechnet ein Büro mit Tobi teilen, den sie eigentlich nie wieder sehen wollte, nachdem er sie in der Vergangenheit so verletzt hatte.

Es kommt wie es kommen muss - beide entdecken wieder ihre Gefühle für einander und es entwickelt sich ein leidenschaftliches Hin und Her. Es ist vor allem Jenny, die sich nicht auf eine Beziehung mit Tobi einlassen möchte, da sie ihm nicht mehr vertrauen kann und Angst hat, wieder verletzt zu werden. Sie vertraut deshalb lieber auf eine Wahrsagerin statt auf ihre eigenen Gefühle und datet Gregor, der aber offensichtlich mehr Interesse am Vermögen ihrer Familie hat, als an ihr selbst. Tobi dagegen beginnt eine Affäre mit der überzeugten Veganerin Lavinia, von der er aber schnell genervt ist.

"Ausgerechnet du" ist der zweite Teil nach "Nicht auch noch der", der teilweise von denselben Protagonisten handelt. Zum Verständnis ist es allerdings nicht nötig, das Debüt von Lena Marten gelesen zu haben.

Der Roman ist abwechselnd aus der Perspektive von Jenny bzw. Tobi geschrieben, so dass der Leser Einblick in beide Gefühlswelten erhält. Jenny ist eine naive junge Frau, die noch nicht viel Glück in der Liebe hatte und deshalb lieber auf Ratschläge der Zeitschrift "Stars & Romance" oder die telefonische Gratis-Auskunft einer Wahrsagerin hört.

Es bleibt lange unklar, was in der Vergangenheit genau zwischen Tobi und Jenny vorgefallen ist, dass Jenny nach all der Zeit immer noch derart verletzt und misstrauisch in Bezug auf Tobi ist.

"Ausgerechnet du" ist typische Chick-lit - locker und unterhaltsam geschrieben, aber eben auch sehr vorhersehbar. Bis es zum erlösenden Happy End kommt, zieht es sich nach zwei Dritteln des Romans ein wenig und das ewige Hin und Her zwischen Jenny und Tobi - die Unentschlossenheit von ihr und die Unbeholfenheit von ihm - können mitunter die Nerven der Leserin strapazieren.

Das Buch bietet aber neben der Liebesgeschichte zwischen Jenny und Tobi durch die vielen unterschiedlichen Nebencharaktere gute, leichte Unterhaltung für Leserinnen im Alter der Protagonisten.
Ich hätte mir noch mehr Informationen aus Tobis und Jennys gemeinsamer Vergangenheit gewünscht, um insbesondere Jennys Verhalten besser nachvollziehen zu können. Auch wäre die Geschichte um den Tod ihres Bruders Paul vor sieben Jahren und das schwierige Verhältnis zu ihren Eltern noch ausbaufähig gewesen, um dem Roman mehr Tiefe zu verleihen.


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