Mittwoch, 29. Oktober 2025

Buchrezension: Jojo Moyes - Das Haus der Wiederkehr

Inhalt:

Lottie und Celia sind in dem Küstenstädtchen Merham wie Schwestern aufgewachsen. Während Celia gegen die Enge der Kleinstadt aufbegehrt, liebt Lottie den idyllischen Ort und vor allem das Meer. Besonders fasziniert sie ein prächtiges Art-déco-Haus direkt am Strand, in dem eine bunte Gruppe von Künstlern lebt. Gemeinsam tauchen Celia und Lottie ein in eine aufregende, unkonventionelle Welt. Bis Celia eines Tages ihren Verlobten Guy mit nach Hause bringt – und vom ersten Augenblick an weiß Lottie, dass er ihre große Liebe ist …
Ein halbes Jahrhundert später erwacht das Haus am Strand wieder zum Leben - und mit ihm seine Geheimnisse. Den damaligen und heutigen Bewohnern stellt sich die Frage: Kann man die Vergangenheit je hinter sich lassen? 

Rezension: 


Lottie und Celia sind in der englischen Küstenstadt Merham wie Schwestern aufgewachsen, nachdem Lottie während des Zweiten Weltkrieges aus London zur Familie Holden gekommen war. Gerade erwachsen, fühlen sie sich von dem modernen Haus Arcadia am Meer angezogen, das von Künstlern bewohnt wird, die so ganz anders sind, als die engstirnigen Menschen in dem verschlafenen Ort.
Als Celia ihrer Familie ihren Verlobten vorstellt, den sie in London kennengelernt hat, ist es für Lottie Liebe auf den ersten Blick. Sie kann Guy nicht widerstehen, auch wenn sie gegenüber der Familie Skrupel hat, die über zehn Jahre für sie gesorgt hat.
50 Jahre später wird Innenarchitektin Daisy beauftragt, das alte Haus am Meer zu einem Hotel umzubauen. Mrs. Bernard, die sich um das Haus gekümmert hat, soll sie dabei unterstützen, sein ursprüngliches Wesen zu erhalten. Privat steht Daisy als junge, vom Vater ihres Kindes verlassene Mutter, vor einem Scherbenhaufen und auch in Merham stößt sie wegen der geplanten Eröffnung des Hotels, das für mehr Leben in dem Ort sorgen wird, auf Ablehnung einiger Bewohner.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen, die nicht kapitelweise abwechselnd dargestellt werden. Nach einem Drittel erfolgt der Wechsel von der Vergangenheit in die Gegenwart, die wiederum aus wechselnden Perspektiven der handelnden Personen erzählt wird. 
Roter Faden ist dabei das Haus Arcadia, das in beiden Zeitebenen eine Rolle spielt sowie Trennungen und unglückliche Liebesgeschichten. Die Stimmung ist deshalb vor allem in Bezug auf die dramatische Vergangenheit gedrückt und von Bitterkeit und Frustration geprägt. 

Während der Erzählstrang der Gegenwart zugänglicher ist, fällt es schwer, sich in der Vergangenheit in die Charaktere hineinzuversetzen. Weder ist eine Freundschaft zwischen Lottie und Celia zu spüren, noch ist die Liebe, die Lottie bei der ersten Begegnung mit Guy empfindet und sie alles vergessen lässt, nachzuvollziehen. Auch ihre Annäherung im weiteren Verlauf ist gefühllos und das Ende der Romanze klischeebeladen.
Die Gegenwart fühlt sich authentisch an, und auch wenn die Hauptfiguren darin mit Problemen zu kämpfen haben, ist der Teil der Geschichte nicht so sehr mit negativen Schwingungen besetzt. Allerdings entwickelt sich die Handlung kaum weiter und kann nicht mit Überraschungen oder Aufdeckung von Geheimnissen aufwarten. Wie sich die Schicksale zwischen Vergangenheit und Gegenwart verbinden, ist eher belanglos.  

"Das Haus der Wiederkehr" ist einer der ersten Romane von Jojo Moyes, der neu erschienen ist. Hierbei stand offenbar der kommerzielle Faktor im Vordergrund, die Geschichte erreicht nicht die Qualität ihrer späteren Romane. In zwei Erzählsträngen aufgeteilt, fehlt es insbesondere der Vergangenheit an dem typischen Charme und Witz der Autorin, liebenswerten Charakteren und echten Emotionen. Die plausiblere Gegenwart hat nahbare Figuren, e
ntwickelt sich zu ereignislos und hätte dementsprechend gestrafft werden können, klärt aber zumindest alle noch offenen Fragen im Hinblick auf den Verbleib der Personen aus dem Jahr 1955.   

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