Dienstag, 22. Juli 2014

Buchrezension: Güzin Kar - Ich dich auch - Ein Episodenroman für Paarungsgestörte

Inhalt:

Liebe macht nicht blind – sie macht blöd!

In „Ich dich auch“ wollen alle nur das eine und kriegen meist das andere. Sie wollen mehrere Liebhaber parallel und bekommen einen einhodigen Mann. Sie kämpfen für den Weltfrieden und werden zum Regisseur eines Kriegsfilms. Sie suchen Romantik und kriegen Sex. Sie suchen Sex und kriegen Akne…

Rezension:

Das Buch ist keine fortlaufende Erzählung, sondern ein Roman aus vielen sehr kurzen Episoden aus dem Leben einer Türkin und ihrer Umgebung. Sie selbst ist keine Sympathieträgerin, eher eine nervige Hypochonderin, die anderen kluge Ratschläge in Sachen Liebe erteilt, obwohl sie in diesem Metier (und auch beruflich als Drehbuchautorin) nichts auf die Reihe bekommt. Stellenweise musste ich über bestimmte Aussagen schmunzeln, aber alles in allem war der Roman eine Aneinanderreihung von Klischees von neurotischen Frauen und schwachen Männern. Da überrascht es auch nicht, dass die Hauptfigur, aus deren Sicht das Buch geschrieben ist am Ende weiter Single ist und auch ihrem lebensälteren italienischen Freund keine Hilfe in Sachen Frauensuche war.

Fazit: Leichte Kost - ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch mit einzelnen witzigen Pointen. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, warum „Ich dich auch“ die Schweizer Bestsellerliste eroberte und zu einem der erfolgreichsten Schweizer Debüts der letzten Jahre zählt.

Dienstag, 3. Juni 2014

Buchrezension: Paul Auster - Sunset Park


Inhalt:

"Sunset Park" beschreibt die Hoffnungen und Sorgen einer unvergesslichen Schar von Menschen, die in den dunkelsten Zeiten der jüngsten amerikanischen Wirtschaftskrise zusammenkommen: ein rätselhafter junger Mann, der wie besessen Trümmer fotografiert; eine kühle Cineastin mit Hang zum Androgynen; ein politischer Aktivist, der in seiner Klinik für kaputte Dinge Artefakte einer verschwundenen Welt repariert; eine Malerin erotischer Themen; eine einst gefeierte Schauspielerin, die sich auf ihr Comeback am Broadway vorbereitet; ein Kleinverleger, der versucht, seinen Verlag und seine Ehe zu retten.

Rezension:

Das Buch ist schlicht langweilig. Protagonist ist Miles Heller, über den der Leser noch am meisten erfährt. „Sunset Park“ ist daneben in mehrere Abschnitte gegliedert, die die Situation der anderen Charaktere aus deren Situation beschreiben, die durch die WG in Sunset Park bzw. verwandtschaftliche Beziehungen miteinander verbunden sind. Durch die Kürze der einzelnen Abschnitte lernt man keine Person wirklich kennen, kein Schicksal berührt. Die Story plätschert einfach vor sich – eine wirkliche Handlung gibt es nicht.

Einzig positiv an dem Buch ist, dass man schnell damit durch ist. 

Donnerstag, 1. Mai 2014

Buchrezension: Nele Neuhaus - Schneewittchen muss sterben (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 4)

Inhalt:

Im Zweifel gegen den Angeklagten.

An einem düsteren Novembertag finden Bauarbeiter auf dem stillgelegten Flugplatz der US-Armee in Eschborn ein menschliches Skelett, nur wenig später wird eine Frau von einer Brücke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit:; Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunusort Altenhain zwei Mädchen. Ein Indizienprozess brachte den mutmaßlichen Täter hinter Gitter. Nun ist er in seinen Heimatort zurückgekehrt. Als erneut ein Mädchen vermisst wird, beginnt im Dorf eine Hexenjagd.

Rezension:

Tobias Sartorius wird nach zehn Jahren Freiheitsstrafe aus dem Gefängnis entlassen und kehrt in seinen Heimatort zurück. Er wurde wegen Doppelmordes an zwei seiner Mitschülerinnen verurteilt und auch jetzt nach seiner Haftentlassung verfolgt ihn das ganze Dorf. Nur seiner ehemals platonische Freundin hält zu ihm.
Und plötzlich verschwindet wieder ein Mädchen, die einer der Ermordeten zum Verwechseln ähnlich sieht…

Der Krimi ist spannend zu lesen, auch wenn dem Leser ziemlich bald bewusst wird, dass Tobias nicht der Mörder sein kann und er wegen des verlogenen Zusammenhalts der Dorfeinwohner zu Unrecht im Gefängnis gesessen hat. Die Charaktere und das sympathische Ermittlerduo sind so individuell beschrieben, dass man trotz der großen Anzahl an Protagonisten nicht den Überblick verliert.

Fazit: Unbedingt lesen, auch wenn man die drei Vorgänger-Bände nicht kennt!