Mittwoch, 16. September 2026

Buchrezension: Francesca Reece - Die Unmöglichkeit von Liebe

Inhalt:

Auf dem abgeschiedenen Anwesen in den Wäldern von Nordwales gibt es nur sie beide, Olwen und Geth. Hier verlieben sie sich als Jugendliche, küssen sich zum ersten Mal, malen sich aus, die verlassene Villa gehöre ihnen. 
Sie sind jung, verliebt, bis das Leben ihre Wege trennt. Als Olwen und ihr Mann viele Jahre später in die Gegend ihrer Kindheit zurückkommen und das alte Anwesen kaufen, ahnt Olwen nicht, mit welcher unkontrollierbaren Gewalt sich sich immer noch zu Geth hingezogen fühlt. Doch reicht das aus, um ihren Mann James und ihr Leben als Dokumentarfilmerin in London zurückzulassen?

Rezension: 

Geth und Ol wachsen in einer Kleinstadt in Nordwales auf. Während Ol aus einer privilegierten englischen Familie stammt, ist Geth der Sohn einer alleinerziehenden Mutter, die sich um ein Haus kümmert, das ein englischer Architekt im Wald am See errichtet hat, aber tatsächlich nie darin wohnt. Geth ist fasziniert von dem Anwesen und zieht sich schon als Kind gern dorthin zurück. Dort trifft er sich auch mit Ol, in die er sich verliebt. Ihre Wege trennen sich, als Ol in Oxford studiert und Geth in seiner Heimat bleibt, um Holzfäller zu werden.
Jahre später kehrt Ol, die inzwischen preisgekrönte Filmregisseurin ist, an den Ort ihrer Jugend zurück. Ihr Ehemann James hat das Anwesen mit dem Glashaus am See gekauft, das ihr als Inspiration für neue Projekte dienen soll. Als Ol und Geth sich wieder begegnen, ist die Anziehung zwischen ihnen noch immer vorhanden. Während James in London weilt, beginnt Ol ein Spiel mit dem Feuer.

Der Roman wird zunächst aus der Perspektive von Geth geschildert, wobei ein Schwerpunkt auf die Vergangenheit und das Aufwachsen in ärmlichen Verhältnissen gelegt wird, die den gesellschaftlichen Unterschied von Geth und Ol aufzeigt. Daneben geht es um den Konflikt zwischen Walisern und Engländern und die Protestbewegungen in den 1980er-Jahren.
Mit Ols Rückkehr wechselt auch die Perspektive uns der Fokus richtet sich auf die beiden Erwachsenen im Jahr 2017. Die beiden verleben einen leidenschaftlichen, verbotenen Sommer, der von bedrohlichen Nachrichten überschattet wird, die Ol erhält. 

Auch wenn der deutsche Titel des Romans eine komplexe und dramatische Liebesgeschichte erwarten lässt, wird die Beziehung von Geth und Ol im Wesentlichen auf eine starke körperliche Anziehung reduziert.
Ausgehend von ihren gesellschaftlichen Unterschieden handelt der Roman von sozialer Herkunft, Identität und walisischem Nationalismus. Dabei wird der erzählerische Bogen durch Rückblenden von der aufgeheizten Thatcher-Ära bis zu den aktuellen Problem von Gentrifizierung und Brexit gespannt. 

Die Geschichte ist wehmütig und nostalgisch, geht es doch einerseits um die Bewahrung kultureller Identität, den Kampf um Unabhängigkeit und Gleichberechtigung sowie andererseits um persönliche Entscheidungen und zweite Chancen. 
So sprunghaft die Geschichte zu Beginn durch den willkürlichen Wechsel zwischen einzelnen Episoden in Gegenwart und Vergangenheit erzählt wird, so verwirrend ist auch der Schluss des Romans. Er endet abrupt, lässt Fragen offen und Probleme ungeklärt. 

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