Dienstag, 8. September 2026

Buchrezension: Lucien Marant - Nächstes Mal für immer

Inhalt:

Paris, 1999. Mona kommt als Studentin für ein Semester in die Stadt ihrer Träume. Noch ehe sie ihr WG-Zimmer beziehen kann, lernt sie Thibauld kennen. Eigentlich kann sie den arroganten Schönling nicht ausstehen. Doch etwas an seinem verträumten Wesen und seinem ganz eigenen Blick auf die Welt lässt Mona nicht los. Und so stürzt sie sich in einen Strudel der Gefühle, voller Kribbeln und Krampfen, Glücksmomente und Enttäuschungen. 
Paris, 2019. Nach zwanzig Jahren kehrt Mona zurück in die Stadt, die einen Sommer lang ihr Zuhause war – und blickt unversehens in ein Paar funkelnder Augen, die nichts von ihrer ansteckenden Freude und Wachheit verloren haben. Thibauld! Ausgerechnet dem Menschen, der für das größte Glück und die tiefste Verletzung in ihrem Leben verantwortlich war, läuft sie gleich nach ihrer Ankunft hier in die Arme. Hält das Schicksal eine zweite Chance für die beiden bereit? 

Rezension:

1999 ist Mona für ein Semester in Paris, wo sie den Franzosen Thibauld kennenlernt hat, der das Leben leicht nimmt. Mona verliebt sich in ihn und wird am Ende ihres Aufenthalts in Paris enttäuscht. Mit gebrochenem Herzen kehrt sie nach Hamburg zurück. 
Zwanzig Jahre später hat Mona eine langjährige Fernbeziehung hinter sich und ist auch mit ihrem Job als Journalistin nicht mehr zufrieden, weshalb sie sich eine Auszeit nimmt. Sie fährt nach Paris, wo sie direkt auf Thibauld trifft. Dieser hat sich kaum verändert und das Kribbeln zwischen den beiden ist sofort wieder da. 

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen im Jahr 1999 und 2019, wobei die Abschnitte jeweils kurz sind und die Szenenwechsel übergangslos und abrupt erfolgen. Verbindendes Element ist jedoch, dass es Parallelen in der Handlung gibt, was das ein oder andere Déjà-Vu ergibt. Dass zwanzig Jahre vergangen sind, ist kaum zu spüren. Das Protagonisten sind alterslos und ihr Verhalten unverändert, was es schwierig macht, sich zu vergegenwärtigen, ob man aktuell in der Vergangenheit oder Gegenwart steckt. 

Das Setting in Paris ist bildhaft beschrieben. Man spürt das Pariser Flair und fühlt sich mit Mona auf einem Streifzug durch die Stadt, währenddessen Croissants oder Cafés noisettes genossen werden. Auch Thibaulds Mentalität des "bonheur" und dem Wunsch, im Moment zu leben und diesen zu genießen, wird glaubwürdig vermittelt. 
Die Emotionen zwischen Mona und Thibauld sind jedoch auf beiden Erzählebenen zurückhaltend. Die beiden funktionieren als platonische Freunde gut, eine romantische Liebe ist allerdings nicht fühlbar. Zu keinem Zeitpunkt der Handlung hatte ich die beiden als Liebespaar vor Augen. 

Für den Abbruch der Beziehung findet sich am Ende zwar eine Erklärung, aber diese ist recht dünn und typisch für einen Liebesroman von einem Missverständnis geprägt. Der eigentliche Grund für Monas Rückkehr nach Paris bleibt so oberflächlich beschrieben wie alle anderen Konflikte in der Handlung. Ganz wesentliche Elemente und prägende Ereignisse in Monas und Thibaulds Leben werden nur am Rande in einem Satz erwähnt, was mehrfach irritierend ist. 

"Nächstes Mal für immer" ist eine Geschichte mit einem schönen Setting in der Stadt der Liebe und mit Potenzial für eine romantische Second-Chance-Romanze. Die Erzählung ist jedoch enttäuschend emotionslos und in jeder Hinsicht oberflächlich.  

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