Samstag, 13. Juni 2020

Buchrezension: Thorsten Steffens - Klugscheißer Deluxe

Inhalt:

Timo Seidel ist 29 Jahre alt und hat beruflich noch nicht viel in seinem Leben erreicht. Bisher stand ihm vor allem immer seine große Klappe im Weg, denn Timo leidet unter einer weit verbreiteten, aber sehr unangenehmen Krankheit: Er ist ein chronischer Klugscheißer! Dagegen helfen leider auch keine Tabletten. Und so gerät Timo immer wieder mit seinen Mitmenschen aneinander, was auch dazu führte, dass er vor fünf Jahren sein Studium schmiss. Nun glaubt er allerdings, erwachsener zu sein und beschließt, mit Ende zwanzig doch noch einmal ein Studium neben seiner Aushilfsstelle an einer Abendschule zu wagen. An der Universität trifft er auf anstrengende Lehrkräfte, außergewöhnliche Mitstudierende und auf die bildhübsche Sophie, die ihm obendrein den Kopf verdreht. Ein Klugscheißer an der Uni – kann das gut gehen? 

Rezension:

"Klugscheißer Deluxe" ist die Fortsetzung von "Klugscheißer Royale" von Thorsten Steffens. Timo Seidel arbeitet als Aushilfslehrer an einer Abendschule in Brühl und hat in zwischen an der Universität ein Studium begonnen, um "richtiger" Lehrer zu werden. Timo ist dank eines amerikanischen Vaters zweisprachig aufgewachsen, weshalb ihm Englisch leicht fällt. Die Dozenten an der Uni machen ihm das Leben aber dennoch oder gerade deshalb (!) schwer. Trotz guter Vorsätze, zurückhaltender zu sein, um nicht wie schon an der Abendschule im Kollegium unangenehm anzuecken, schafft es Timo nicht immer seine altkluge Art hinter dem Berg zu halten und den Dozenten damit auf den Schlips zu treten. 
Auch wenn Timo schon zu den älteren Semestern zählt, freundet er sich mit ein paar Studenten aus seinen Seminaren an. Besonders die hübsche und ebenso besserwisserische Sophie hat es ihm angetan. Zudem ist seine Mutter unerwartet bemüht, das Verhältnis zu Timo zu verbessern, das all die Jahre unter ihrer distanzierten Art gelitten hat. 

Die Fortsetzung schließt unmittelbar an den Vorgängerroman an. An der Schule trifft man auf alte Bekannte, während Timo an der Uni neue Menschen kennenlernt. Er wirkt ein wenig reifer und kann seine "Klugscheißeritis" inzwischen in mancher Situation unterdrücken, kann aber nicht ganz aus seiner Haut heraus. Dies sorgt für viele witzige Dialoge, die durch so manche kluge Wortkreationen, die in Form von Wörterbucheinträgen erklärt werden, selbst noch den Leser belehren.  
Die Geschichte liest sich leicht, ist dabei aber nicht allein nur humorvoll oder gar albern, sondern spricht durch die Irrungen in Liebesdingen, die Trauer um den zu früh verlorenen Vater und das komplizierte Verhältnis zu seiner Mutter auch ernsthafte Themen an. 

Wie "Klugscheißer Royale" ist auch "Klugscheißer Deluxe" ein kurzweiliger Roman, der für einige vergnügliche Lesestunden sorgt und dabei eine gute Mischung aus Situationskomik und Witz sowie ernsthaften Problemen bietet - eine gelungene Fortsetzung, die dem Vorgänger um nichts nachsteht. Wer "Klugscheißer Royale" mochte, wird auch von "Klugscheißer Deluxe" bestens unterhalten werden. 



Kommentare:

  1. Hallo Lena,

    dieses Buch habe ich auch vor kurzem gelesen und mich wieder sehr darüber amüsiert. Die Worterklärungen aus dem Wörterbuch fand ich besonders schön, manche hatte ich so in der Art noch nie gehört.

    lg Barbara

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Barbara,
    deine Buchbesprechung hatte ich zuvor schon auf deinem Blog entdeckt und war froh, dass dir der zweite Teil des "Klugscheißers" gut gefallen hat, da ich bei Fortsetzungen von Reihen skeptisch bin und schon öfters enttäuscht wurde. Mich haben beide Teile gut unterhalten und sie sind von der Länge her nicht zu lang, so dass die Geschichte um Timo nicht ausgelutscht wirkt.
    Die Wörterbucheinträge finde ich innerhalb der Erzählung eine kreative Idee und bin der Meinung, dass darunter auch einige Wortschöpfungen des Autors sind. :-)

    Liebe Grüße
    Lena

    AntwortenLöschen