Montag, 20. Juli 2026

Buchrezension: Sophie White - Breakup Season

Inhalt:

Maggies Leben wirkt perfekt: ein Superstar als Ehemann, eine Villa in Hollywood, ein Stylist auf Abruf. Doch dafür hat sie ihre eigenen Träume aufgegeben. Annie versucht, schwanger zu werden - und hofft, dass ihre Beziehung dem Druck standhält. Clara glaubt, sie und Ollie seien glücklich, bis eine SMS ihr Vertrauen in ihn erschüttert. Sie alle hoffen, bei einem gemeinsam Urlaub in Cape Cod Abstand zu gewinnen: Strand, Drinks, lange Abende. Bis die Gespräche kippen, Geheimnisse ans Licht kommen und jemand sagt: "Es ist vorbei." 
Drei Paare glauben, ihr Leben im Griff zu haben - doch dann zeigt sich, wie brüchig Zukunftspläne wirklich sind.

Rezension: 

Maggie lebt ein Leben, von dem viele träumen. Ihr Mann ist ein begehrter Filmstar, sie wohnen in einer Villa in Hollywood, haben zwei gesunde Kinder und Personal, das sie umsorgt. Doch Maggie ist nicht glücklich und hat zunehmend Probleme, nicht in alte Verhaltensmuster zurückzufallen. Sie hofft, dass der gemeinsame Urlaub mit zwei befreundeten Paaren auch wieder mehr Nähe zu Fionn schafft.
Annie und Connor sind seit zwei Jahrzehnten zusammen, aber nicht verheiratet. Mit Anfang vierzig versuchen sie bisher vergeblich schwanger zu werden - ein Druck, dem beide nicht mehr gewachsen sind.
Clara und Ollie haben drei Kinder, die sie lieben, doch der Alltag mit ihnen ist chaotisch. Clara fühlt sich von Ollie häufig allein gelassen und hegt den Verdacht, dass er sie betrügen könnte.
Der gemeinsame Urlaub in Provincetown, der mit einer Luxusyacht, Champagner und Promiparty für Entspannung und Ablenkung sorgen sollte, wird für alle drei Paare zu einer Zerreißprobe.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen geschildert und konzentriert sich damit auf die weibliche Sicht auf Beziehungsfragen und die Entwicklung langjähriger Freundschaften.
Alle drei Paare haben ihre eigenen Probleme, die sie im Alltag verdrängt haben und die unter der Sonne Cape Cods förmlich explodieren. Die Stimmung ist aufgeladen, es fallen hässliche Worte, Beziehungen gelangen an einen Scheidepunkt und selbst die jahrzehntelange Freundschaft der Clique droht an Neid und sich verschiebenden Loyalitäten zu zerbrechen.

Die Charaktere sind mitunter herrlich schräg, haben aber dennoch viel Identifikationspotenzial und sind nicht so überzeichnet, als dass man ihre Probleme nicht ernst nehmen könnte.
Ihre Leben sind in Schieflage geraten und sie reagieren entsprechend emotional darauf. Gerade ihre Fehler, ihr verletzendes und unfaires Verhalten, wirken ungeschönt und lebensecht.
Dazu kommt, dass es alltägliche Probleme sind, mit denen sich Frauen und Paare mit Anfang 40 konfrontiert sehen. Es geht um den aufreibenden Familienalltag, die Organisation der Kinderbetreuung, Unzufriedenheit im Job, mangelnden Selbstwert, Bodyshaming, die Aufgabe von Träumen und unterschiedliche Erwartungen.

Fesselnd und emotional erschütternd zeigt "Breakup Season" wie Beziehungen an der Last des Alltags zerbrechen können. Die Dialoge und Szenen zeugen von einer scharfsinnigen Beobachtungsgabe, sind geistreich und modern und halten dabei die Balance aus Witz und Traurigkeit. 
Zudem schafft es die Autorin durch die vielschichtigen Figuren und ihre feinfühlig geschilderten inneren Konflikte trotz der Themenvielfalt den Problemen empathisch gerecht zu werden. Insbesondere der Umgang mit mentaler Gesundheit und verzerrter Körperwahrnehmung, verbunden mit dem Druck, gefallen zu wollen, ist sensibel, aber drastisch und ungeschönt dargestellt. 

"Breakup Season" ist ein dramatisches Buch mit schwarzhumorigen Zwischentönen, das ein schonungslos ehrliches Bild moderner Beziehungen zeichnet, dabei aufwühlt und zutiefst bewegt. 

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