Freitag, 24. April 2026

Buchrezension: Quentin Peck - 39 Grad (Die Johannsen-Reihe, Band 2)

Inhalt:

Sie trägt ein weißes Kleid, auf ihrem Gesicht liegt ein unnatürliches Lächeln: So wird eine ermordete Frau in einem Abrisshaus entdeckt. Auf ihrer Haut hat der Täter drei Zahlen hinterlassen. Ein Rätsel – und der Beginn einer Mordserie. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen der Spur des Serienkillers durch die sommerlichen Felder. Der Psychopath spielt mit ihnen, er schickt seine mörderischen Botschaften direkt an Johannsen. Ein gefährliches Duell beginnt, das unter der brütend heißen Augustsonne unausweichlich auf den fatalen Höhepunkt zutreibt. 

Rezension:

Die Augusthitze ist mörderisch. In kurzer Abfolge werden mehrere Frauen im Raum Erfurt getötet. Der Täter inszeniert seine Opfer grausam in der Öffentlichkeit und hinterlässt jeweils dreistellige Zahlen als Botschaft. Dabei scheint er Kriminalkommissar Lukas Johannsen persönlich anzusprechen. Das Opfer mit der Nummer 131 wird an seinem Geburtstag aufgefunden, dann erhält er einen Brief mit der Zahl 137 und die 139 platziert der Täter direkt vor seinem Zuhause. Lukas wird von dem Fall abgezogen und ermittelt privat mit Unterstützung der Profilern Berit Pernstein weiter. Noch bevor sie die Zahlen entschlüsseln können, ist sich Lukas sicher, dass sie es nach fünf Jahren wieder mit dem Puppenmörder zu tun haben. 

"39 Grad" ist nach "Minus 22 Grad" der zweite Band der Reihe um den LKA-Ermittler Lukas Johannsen. Der Roman handelt ein halbes Jahr später und baut auf der Handlung des ersten Bands auf, weshalb eine chronologische Lesefolge empfehlenswert ist. 

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert, die neben der Sicht der Ermittler auch die Perspektiven der Opfer und des Täters umfassen. Daneben gibt es Rückblenden in die Jahre 1991/ 1992, die von einer traumatisierten Familie und einem schikanierten Kind erzählen. 

Auf Grundlage der einzelnen Erzählstränge kann frühzeitig über den Täter spekuliert werden. Dabei ist man den Ermittlern mehrere Schritte voraus, die unter Druck stehen, einen wahnsinnigen Serienmörder zu fassen. Die Hinweise aus der Vergangenheit sind dabei fast zu offensichtlich, die eine gequälte Seele präsentieren und auf ein bestimmtes Motiv schließen lassen. 

Beängstigend sind die Szenen, wie der Täter seine Opfer jagt, die er sich nicht willkürlich ausgesucht hat. Für Spannung sorgt zudem, dass er auch Lukas im Visier hat, der trotz seiner Zwangsbeurlaubung weiter ermittelt. Schlüssig setzen sich nach und nach alle Puzzleteilte zusammen, die den Täter enttarnen. Vor dem Zugriff hat er jedoch schon ein neues Opfer ausgesucht, was für ein fesselndes Finale sorgt. 

"39 Grad" ist wie schon "Minus 22 Grad" ein durchdachter Psychothriller, der tief in die Seelen der handelnden Personen blicken lässt, die alle eine bewegte Vergangenheit hinter sich haben. Im Vergleich zu Band 1 sorgt er jedoch nicht für ganz so viel Nervenkitzel und beschließt die Reihe mit einem etwas weichem Thriller-Ende. 

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