Mittwoch, 8. April 2026

Buchrezension: Lucy Gilmore - Ein Buchclub zum Verlieben

Inhalt:

Sloane Parker führt ein unscheinbares Leben als Bibliothekarin in einer verschlafenen Kleinstadt. Einsam fühlt sie sich nicht – und doch wartet sie jeden Tag darauf, dass Arthur McLachlan erscheint: der grantige alte Mann, der ihre Regale durchstöbert und sie mit spitzen Bemerkungen neckt. Ihr Schlagabtausch ist längst zum Höhepunkt ihres Alltags geworden. Als Arthur eines Morgens nicht auftaucht, ist Sloane sofort beunruhigt. Schließlich findet sie ihn – erstaunlich froh über ihren Besuch.
Um Licht in sein tristes Leben zu bringen, gründet Sloane einen Buchclub. Nach und nach stoßen weitere Menschen dazu, die in den Büchern und in der Gemeinschaft Trost und Freude finden. Denn jeder trägt ein besonderes Buch im Herzen – und die Kraft der Geschichten kann selbst die einsamsten Seelen zusammenführen. 

Rezension:

Sloane arbeitet als Bibliothekarin und liebt ihren Beruf, abseits davon fehlen ihr jedoch echte Vertraute und Freunde. Täglich wird die Bibliothek von Arthur McLachlan, einem mürrischen Alten, aufgesucht, der von den Angestellten gefürchtet ist. Sloane lässt sich von seinen beleidigenden Worten jedoch nicht abschrecken, sondern gewöhnt sich schon bald an die lebhaften Diskussionen über Literatur. Als Arthurs Besuche ausbleiben, ist sie besorgt und macht ihn gegen den Willen ihrer Vorgesetzten ausfindig. Auch wenn Arthur jegliche Hilfe ablehnt, kümmert sich Sloane um den ehemaligen Literaturprofessor und lernt dort seine neugierige Nachbarin Maisey und seinen Enkel Greg kennen. Alle vereint die Einsamkeit und ein gebrochenes Herz. Während Sloane in Arthurs Zuhause beginnt seine Buchsammlung zu katalogisieren, beschließt sie, einen Buchclub zu gründen. Mit Hilfe der Bücher, die sie gemeinsam lesen, kommen sie in einen Austausch miteinander und können sich allmählich öffnen, um ihre Sorgen und Probleme zu teilen. 

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der Mitglieder des Buchclubs erzählt, der sich im Verlauf des Romans bildet. Sloane ergreift dafür die Initiative und bindet damit alle anderen mit ein, die sich in Arthurs Haus als Unterstützer freundschaftlich zusammengefunden haben. 

Die Geschichte ist unterhaltsam und lebendig, entwickelt sich jedoch nicht überraschend. Menschen, die problembehaftet sind, Schicksalsschläge erlebt haben und unter gebrochenen Herzen und Verlust leiden, kommen zusammen, schließen Freundschaft und helfen sich gegenseitig. Der Buchclub hat allerdings nur am Ende eine Rolle, wobei auch die Symbolik zum Tragen kommt, das Bücher als Kommunikationsmittel dienen können. 

Bis zu diesem Punkt ist die Handlung allerdings nicht immer logisch und besonders störend ist das irrationale Verhalten der Protagonisten. Es ist unverständlich, warum sich so viele Menschen um einen beleidigenden, boshaften alten Mann scharen, der sie absichtlich verletzt. Das macht die Geschichte, die eigentlich eine schöne Prämisse hat, über weite Teile unglaubwürdig. Auch erfährt man nur zögerlich die Hintergründe und Schicksalsschläge zu den Personen, wobei am Ende tatsächlich alle mit Hilfe des alten Quälgeists auf den richtigen Weg gebracht werden. 

Die Idee von "Ein Buchclub zum Verlieben" ist herzerwärmend und es ist nachvollziehbar, welche Rolle die Charaktere spielen und wohin der Weg der Heilung für sie gehen soll. Die Umsetzung ist aufgrund der Vielzahl an eigenwilligen Personen, die ihre Traurigkeit hinter einer übertrieben wütenden, naiven oder optimistischen Fassade verstecken, nicht sehr authentisch.  

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