Linda kommt 1956 in einem Hamburger Krankenhaus zur Welt. Ihre Mutter lässt sie dort schon kurz nach der Geburt zurück. Das Mädchen wächst bei den Großeltern und in Heimen auf, in Armut und ohne Sicherheit, bis sie ein Zuhause findet, in dem sie gefördert wird. Im selben Jahr wird Irmi in Köln in geboren. Ihre Familie ist wohlhabend, aber ihre Mutter ist krank und überfordert. Daher kommt sie zunächst zu Verwandten ins Ausland. Als der Vater sie sechs Jahre später zurückholt, spricht Irmi kein Deutsch und fühlt sich in der eigenen Familie fremd. Zwei Mädchen aus Welten, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Doch als Irmi Linda in einem dramatischen Moment das Leben rettet, werden sie unzertrennlich. Ihre Freundschaft trägt sie durch fünf Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte – geprägt von Verlusten, Hoffnungen und Neubeginnen.
Rezension:
Linda hatte nie ein beständiges Zuhause. Nachdem ihre alkoholkranke Mutter sie bereits nach der Geburt im Stich gelassen hatte, wuchs sie in Kinderheimen, Pflegefamilien und zeitweise bei ihren Großeltern auf. Als sie aufs Gymnasium kommt, freundet sie sich mit der gleichaltrigen Irmi an, die zwar aus einer wohlhabenden Familie stammt, aber wie sie keine Mutter hat. Diese kam bei einem Autounfall ums Leben, konnte sich aber schon in früheren Jahren nicht um ihre Kinder kümmern, weshalb Irmi bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei ihrer Tante in Amsterdam lebte und Schwierigkeiten hatte, sich in Köln wieder einzuleben. Trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft und Persönlichkeiten, Umzügen und räumlichen Distanzen geben sie sich Halt und sind verlässlich über die Jahrzehnte für einander da und begleiten die andere durch Höhen und Tiefen.
Die Geschichte wird wie im Zeitraffer beginnend ab Januar 1956 erzählt und endet 60 Jahre später. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kindheit von Linda und Irmi, die prägend für ihr ganzes Leben ist. Auch wenn Irmi privilegiert aufwächst und es ihr materiell an nichts fehlt, ist ihre Mutter nicht in der Lage sich zu kümmern, weshalb Irmi auch keine gemeinsame Kindheit mit ihren drei Geschwistern hat. Linda wird als Kind mehrfach weitergereicht und sieht sich mit Ablehnung und Einsamkeit konfrontiert.
Als erwachsene Frauen trennen sich ihre Wege durch unterschiedliche Berufe und Partnerschaften, sehen sich zeitweise über Monate gar nicht mehr, sind aber insbesondere bei Schicksalsschlägen für einander da und stehen sich bei lebensverändernden Entscheidungen zur Seite. So wechselhaft ihr Leben sein mag, so beständig ist ihre Freundschaft.
Der Roman ist inspiriert von echten Biografien von Linda und ihrem späteren Ehemann. Ihre Leben mit einem schwierigen Start werden mit fiktiven Episoden, Erlebnisse und Personen ausgeschmückt und in die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland eingebettet. Das macht die Geschichte durch wechselnde Ort und bekannte historische Ereignisse vielseitig und authentisch. Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs sind spürbar, die Probleme eines geteilten Deutschlands, Linksterrorismus, Angst vor Aids und Mauerfall finden selbstverständlich Eingang in die persönlichen Lebenswege von Linda und Irmi.
"Rosen im Asphalt" vermittelt ein lebendiges Bild der damaligen Zeit und zeigt die gesellschaftlichen Veränderungen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart auf. In Bezug auf die beiden Hauptfiguren und ihre Freundschaft bleibt die Geschichte allerdings hinter den Erwartungen zurück, denn aufgrund der vielen Jahre wirkt die Erzählung fragmentarisch und überspringt zwischen den Kapiteln mitunter Jahre und skizziert nur die prägendsten Ereignisse, wobei es sogar zu unnötigen Wiederholungen kommt.
Obschon Freundschaft einen Rahmen des Romans bildet, geht es vor allem um zwei Lebensgeschichten mit abwesenden Müttern, Abschieden und Verlusten. Es geht um Selbstzweifel, um Trennungen und den Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit und Liebe sowie die Suche nach der eigenen Identität.
Linda hatte nie ein beständiges Zuhause. Nachdem ihre alkoholkranke Mutter sie bereits nach der Geburt im Stich gelassen hatte, wuchs sie in Kinderheimen, Pflegefamilien und zeitweise bei ihren Großeltern auf. Als sie aufs Gymnasium kommt, freundet sie sich mit der gleichaltrigen Irmi an, die zwar aus einer wohlhabenden Familie stammt, aber wie sie keine Mutter hat. Diese kam bei einem Autounfall ums Leben, konnte sich aber schon in früheren Jahren nicht um ihre Kinder kümmern, weshalb Irmi bis zu ihrem sechsten Lebensjahr bei ihrer Tante in Amsterdam lebte und Schwierigkeiten hatte, sich in Köln wieder einzuleben. Trotz ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft und Persönlichkeiten, Umzügen und räumlichen Distanzen geben sie sich Halt und sind verlässlich über die Jahrzehnte für einander da und begleiten die andere durch Höhen und Tiefen.
Die Geschichte wird wie im Zeitraffer beginnend ab Januar 1956 erzählt und endet 60 Jahre später. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Kindheit von Linda und Irmi, die prägend für ihr ganzes Leben ist. Auch wenn Irmi privilegiert aufwächst und es ihr materiell an nichts fehlt, ist ihre Mutter nicht in der Lage sich zu kümmern, weshalb Irmi auch keine gemeinsame Kindheit mit ihren drei Geschwistern hat. Linda wird als Kind mehrfach weitergereicht und sieht sich mit Ablehnung und Einsamkeit konfrontiert.
Als erwachsene Frauen trennen sich ihre Wege durch unterschiedliche Berufe und Partnerschaften, sehen sich zeitweise über Monate gar nicht mehr, sind aber insbesondere bei Schicksalsschlägen für einander da und stehen sich bei lebensverändernden Entscheidungen zur Seite. So wechselhaft ihr Leben sein mag, so beständig ist ihre Freundschaft.
Der Roman ist inspiriert von echten Biografien von Linda und ihrem späteren Ehemann. Ihre Leben mit einem schwierigen Start werden mit fiktiven Episoden, Erlebnisse und Personen ausgeschmückt und in die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Deutschland eingebettet. Das macht die Geschichte durch wechselnde Ort und bekannte historische Ereignisse vielseitig und authentisch. Die Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs sind spürbar, die Probleme eines geteilten Deutschlands, Linksterrorismus, Angst vor Aids und Mauerfall finden selbstverständlich Eingang in die persönlichen Lebenswege von Linda und Irmi.
"Rosen im Asphalt" vermittelt ein lebendiges Bild der damaligen Zeit und zeigt die gesellschaftlichen Veränderungen von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart auf. In Bezug auf die beiden Hauptfiguren und ihre Freundschaft bleibt die Geschichte allerdings hinter den Erwartungen zurück, denn aufgrund der vielen Jahre wirkt die Erzählung fragmentarisch und überspringt zwischen den Kapiteln mitunter Jahre und skizziert nur die prägendsten Ereignisse, wobei es sogar zu unnötigen Wiederholungen kommt.
Obschon Freundschaft einen Rahmen des Romans bildet, geht es vor allem um zwei Lebensgeschichten mit abwesenden Müttern, Abschieden und Verlusten. Es geht um Selbstzweifel, um Trennungen und den Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit und Liebe sowie die Suche nach der eigenen Identität.


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