Mittwoch, 5. November 2025

Buchrezension: Sophie Edenberg - Das Schweigen der Geliebten

Inhalt:

Karolin steht vor den Trümmern ihrer Ehe. Dass Rolf jetzt in einem idyllisch gelegenen Haus im Wald mit ihren Kindern und seiner neuen Freundin Mischa Urlaub macht, besiegelt ihre persönliche Katastrophe. Als sie selbst durch eine unheilvolle Fügung ebenfalls in dem Ferienhaus landet, ist die Stimmung der Frauen zum Zerreißen gespannt.
Mischa ist überglücklich mit Rolf. Sie will alles dafür tun, damit diese Beziehung funktioniert, sich selbst mit Karolin arrangieren – bloß eines will sie nicht: Rolf eine alte Schuld beichten, die sie zunehmend mit dunklen Vorahnungen erfüllt. Ihre Angst bewahrheitet sich, als sie erkennt, dass die Dämonen ihrer Vergangenheit lebendiger sind als je zuvor und nicht nur ihr eigenes Leben bedrohen. 

Rezension:

In der Ehe von Karolin und Rolf hat es schon länger gekriselt und nach einem Fehltritt hat sich Rolf von seiner Frau getrennt. Karolin bereut, was sie getan hat und möchte ihren Mann am liebsten zurück. Auch ihre gemeinsame Tochter Elly leidet unter der Trennung, während sich der jüngere Sohn Matteo bereits mit der neuen Freundin seines Vaters arrangiert hat. In den Osterferien möchte Rolf mit Mischa und seinen beiden Kindern eine Auszeit im einem Ferienhaus im Wald in der Steiermark verbringen. Er selbst kommt verspätet an und Karolin, die zeitgleich einen Wellnessurlaub mit ihrer besten Freundin Nina verbringen wollte, muss aufgrund einer Panne selbst in dem Waldhaus übernachten. Die Stimmung zwischen den Frauen ist angespannt, die Teenager machen Ärger und Geheimnisse belasten die noch junge Beziehung von Karolin und Rolf.

Der Roman wird aus wechselnden Perspektiven von Karolin, Mischa und Elly geschildert. Daneben gibt es Szenen aus einem, in dem eine junge Frau von einem Mann festgehalten wird. Wie diese Entführung mit den Ferien im Wald zusammenhängt, erklärt sich erst später. So lange kann auch spekuliert werden, was Mischa zu verbergen und warum Rolf gelogen hat. Daneben geben auch die Dinge, die Elly und Matteo ihren Eltern verschweigen, der Handlung neue Impulse. 

Geschildert wird ein Familiendrama um eine unglückliche Trennung, das durch die erzwungene Nähe von Ehefrau und Geliebten noch verschärft wird. Thrillerelemente gibt es durch den weiteren Handlungsstrang, der allerdings hintergründig bleibt. Ab der zweiten Hälfte erreicht jedoch auch der Aufenthalt in dem Waldhaus eine neue Dynamik und so dann erschließen sich auch die Zusammenhänge mit der Entführung.

"Das Schweigen der Geliebten" ist ein unblutiger Spannungsroman, der durch die Geheimnisse der Hauptfiguren fesselt. Es ist kein Thriller, der Nervenkitzel verursacht, denn sehr lange steht das Familiendrama und die unguten Beziehungen untereinander im Vordergrund. Die recht gewöhnliche Trennungsgeschichte macht das Buch authentisch und auch die Hintergründe des Verbrechens sind nachvollziehbar dargestellt. Auch wenn sich die Geschichte am Ende mit der Wiederaufnahme des Ehedramas in die Länge zieht, überrascht sie mit einer perfiden Wende, die dem Roman noch etwas Würze verleiht.   

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