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Mittwoch, 11. Februar 2026

Buchrezension: Stina Westerkamp - Sturmmeer

Inhalt:

Ella schwebt im siebten Himmel. Seit Kurzen ist sie mit Jan zusammen, mit ihm kann sie sich sogar ein gemeinsames Leben vorstellen. Als er sie zu einem romantischen Ausflug auf einem Segelboot einlädt, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung nun das nächste Level erreichen wird. 
Doch kurz nach einem gemeinsamen Picknick an Deck verschwindet Jan spurlos. 
Ella bangt um sein Leben, während das Boot immer weiter aufs stürmische Meer hinaustreibt. Dann bekommt sie eine Drohnachricht. Offensichtlich wurde sie entführt. Aber warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mit Jan sind auch Ellas lebenswichtige Medikamente über Bord gegangen. Wie soll sie sich retten mitten auf dem Ozean? 

Rezension: 

Die 22-jährige Ella ist frisch verliebt und wird von ihrem Freund Jan zu einem Segelausflug auf der Nordsee eingeladen. Nach einem weinseligen Picknick an Bord ist Jan verschwunden und Ella allein auf dem Meer. Sie wird von Kameras überwacht und darüber informiert, dass sie entführt wurde. Ein Sturm zieht auf und Ella weiß sich nicht zu helfen, da alle Geräte an Bord ausgefallen sind. 
Währenddessen wird ihr Vater, der sich ohnehin schon immer Sorgen um seine älteste Tochter gemacht hat, die als junges Mädchen an Diabetes erkrankt ist, um eine halbe Million Euro erpresst. 
 
Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Schwestern Ella und Vicky, ihrem Vater Gregor und seinem ehemaligen Studenten Leander geschildert. Leander möchte sich an dem angesehenen Universitätsprofessor rächen und ist offenbar bestens über dessen Vermögenswerte informiert. Gregor selbst hat Angst um ein Geheimnis, das der Grund der Entführung seiner Tochter sein könnte und auch Vicky plagt nach dem Tod ihrer Mutter ein schlechtes Gewissen gegenüber ihrer Familie. 
 
Für Spannung sorgen Ellas lebensgefährliche Situation auf hoher See, aber noch viel mehr die Geheimnisse, die es innerhalb der Familie Weber schwelen und was der Entführer Ellas darüber weiß.    
 
Die Kapitel sind kurz, die Wechsel der Perspektiven entsprechend zügig, so dass sich allmählich die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen. Die Protagonisten sind in einem Albtraum gefangen und bangen um Ellas Leben. Während sie kaum wissen, wie ihnen geschieht, offenbaren sich schrittweise die Geheimnisse, die sie bergen. 

Es ist ein unblutiger Thriller mit einem Fokus auf den Inneneinsichten der Figuren, der kurzweilig geschrieben ist. Geprägt von Angst und Schuldgefühlen gilt es, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen. Die Motive der Charaktere sind nachvollziehbar und das Szenario authentisch. 
"Sturmmeer" zeigt, dass die Vergangenheit niemals ruht, Schuld nicht verjährt und selbst in vertrauten Personen ein Hauch Böses steckt.  

Montag, 9. Februar 2026

Buchrezension: Sara B. Elfgren - Die Insel meiner Schwester

Inhalt:

Mirjam leidet noch unter der Trennung von ihrem langjährigen Freund, als ihre Schwester Nia sie zum ersten Mal nach langer Zeit kontaktiert. Sie lädt sie zu ihrem vierzigsten Geburtstag auf die Schäreninsel ein, auf der die beiden die Sommer ihrer Kindheit verbracht haben. Auf Tallholmen waren sie unzertrennlich. Aber das ist lange her. Mirjam entscheidet sich, der Einladung zu folgen und zurückzukehren – an den Ort, der einst ihr gemeinsames Paradies war. Doch sie ahnt nicht, was hier vor sich geht. Als die Nacht hereinbricht und ein Sturm aufzieht, muss Mirjam eine Entscheidung treffen: Ist sie bereit, bedingungslos an der Seite ihrer Schwester zu stehen? 

Rezension: 

Mirjam hat ihre Halbschwester Nia erst im Alter von 14 Jahren kennengelernt und trotz der schwierigen familiären Konstellation sofort Freundschaft mit ihr geschlossen. Unstimmigkeiten ergaben sich nur, wenn sich Nia wiederholt in die falschen Männer verliebte. Inzwischen ist Nia mit Konrad verheiratet und hat bereits mehrfach versucht, ihren Ehemann zu verlassen. Als Nia das letzte Mal zu ihm zurückgekehrt ist, kam es zum Zerwürfnis zwischen den beiden Schwestern.
Ein Jahr später meldet sich Nia bei Mirjam, die gerade frisch von ihrem langjährigen Partner getrennt ist, um sie zu ihrem 40. Geburtstag einzuladen. Sie möchte auf der Schäreninsel feiern, wo sie in ihrer Kindheit und Jugend die Sommer verbracht haben. Nia verspricht einen reinen Mädelsabend, doch Mirjam ist schon vor der Anreise skeptisch und ahnt nicht, was sie tatsächlich vor Ort erwarten wird.

Der Roman wird aus der Perspektive von Mirjam geschildert, die überraschend nach zehn Jahren Beziehung von ihrem Freund für eine andere Frau verlassen wurde. Sie ist zutiefst verletzt und deshalb froh, als sich ihr langjährige Vertraute Nia bei ihr meldet, zu der der Kontakt nach einem Streit über ihren Mann abgebrochen war. Nia steckt in einer toxischen Ehe fest und schafft es nicht, Hilfe anzunehmen.

Neben der gegenwärtigen Handlung gibt es innerhalb der Kapitel zahlreiche Rückblenden in die Jugend Mirjams mit einem Schwerpunkt auf dem Verhältnis zu Nia.
Nia hat Mirjam zu mehr Selbstvertrauen verholfen, die sich selbst als unscheinbar empfunden hatte, hat sich selbst hingegen in ihren Liebesbeziehungen ausnutzen und unterdrücken lassen.

Das Szenario auf der Insel, wenn der Sturm aufzieht, gleicht einem Psychothriller. Eine bedrohliche Atmosphäre ist von Anbeginn vorhanden und spürbar, dass die Situation jederzeit eskalieren könnte. Schon bei der Ankunft auf der Insel wird Mirjam vor den Kopf gestoßen und nach einer Wende läuft die Situation komplett aus dem Ruder.
Spannung wird dabei sukzessive aufgebaut, wobei es am Tag der Geburtstagsfeier bis auf die Rückblenden keine neuen Impulse gibt und der gewaltsame Showdown arg in die Länge gezogen wird.

Es ist eine dramatische Geschichte über zwei "Frestern", die innig verbunden sind, durch ungute Beziehungen aber Distanz zu einander schaffen. Das Thema häusliche Gewalt prägt die Handlung, auch wenn es durch die einseitige Perspektive hintergründig bleibt.
Im Kern geht es um Schwesternschaft, bedingungslose Liebe und welche Opfer diese fordert. Dass das Ende dann keinen Neuanfang bedeutet, ist tragisch und nach all den Anstrengungen nur bedingt nachvollziehbar. 



Freitag, 6. Februar 2026

Buchrezension: Marisa Kashino - Tödliches Angebot

Inhalt:

"Ich werde dieses Haus bekommen, egal, was ich dafür tun muss."
Margo braucht für ihre Familie eine größere Wohnung, koste es, was es wolle. Nach monatelanger frustrierender Suche sieht sie den Inbegriff eines perfekten Lebens vor sich. Getrieben von ihrer Verzweiflung will Margo das Haus kaufen, bevor es überhaupt auf den Markt kommt. Ein bisschen Stalking? Harmlos. Etwas Hausfriedensbruch? Notwendig. Zunehmend skrupellos dringt Margo in das Leben der Hausbesitzer ein, sie umgarnt sie bis zur Erpressung. Bis sie auf Gegenwehr stößt. Die räumt sie so zielstrebig aus dem Weg wie die Geliebte ihres Mannes. Das Verstörende an der Geschichte? Sie werden Margo lieben, selbst wenn das Buch Sie fassungslos nach Luft schnappen lässt. Kann Margo ihr perfektes Leben in ihrem Traumhaus antreten? Natürlich nicht! Dieser Psychothrill kennt keine moralische Grenzen. 

Rezension: 

Seit über einem Jahr suchen Margo und ihr Ehemann Ian nach einem Eigenheim in Washington. Bereits elf Mal sind mit ihren Geboten gescheitert und Margo, die ihre Zwei-Zimmer-Wohnung leid ist und eine Familie gründen möchte, ist zunehmend frustriert. Als sie von einem Haus in ihrer bevorzugten Wohngegend erfährt, das verkauft werden soll, aber noch nicht auf dem Markt ist, beschließt sie zu handeln. Margo macht die Eigentümer ausfindig und versucht sie mit unorthodoxen Methoden davon zu überzeugen, dass sie die optimalen Käufer für das Traumhaus sind. Doch ein dummer Fehler macht Margos schöne Pläne zunichte. Besessen von dem Haus vernachlässigt Margo ihren Job, streitet mit ihrem Mann und ist bereit, alles zu riskieren, um ihren Traum vom Eigenheim und dem damit verbundenen perfekten Leben zu erfüllen. 

Wie in Deutschland, ist auch der Immobilienmarkt in den Großstädten Amerikas heiß umkämpft. Die Autorin greift damit ein aktuelles, gesellschaftlich relevantes und emotionsgeladenes Thema auf, das sie zu einer abgefahrenen Story entwickelt. 

Margo ist eine Frau mit beiden Beinen im Leben, aber die erfolglose Haussuche hat sie mürbe gemacht. Für das Traumhaus aus den 1940er-Jahren in der ruhigen, familiären Wohngegend, rechnet sie sich allerdings echte Chancen aus, da es noch nicht offiziell zum Verkauf steht. Sie entwickelt kreative Methoden, um das Haus vor allen anderen Bietern zu erlangen und lässt dabei bald jeglichen moralischen Kompass vermissen und zunehmend Grenzen jeglichen Anstands überschreiten. Aus einem Wunschtraum wird blutiger Ernst. 

Der Strudel aus Verzweiflung und Wut, in den Margo gelangt ist, ist nachvollziehbar geschildert, rechtfertigt aber nicht ihr überzogenes, manisches Verhalten. Ihr zunehmende Verrücktheit zieht jedoch in den Bann und man beobachtet mit ungläubiger Faszination jede neue Aktion, um dem Traumhaus einen Schritt näher zu kommen. 

Die Geschichte ist herrlich absurd, schwarzhumorig und weiß damit bestens zu unterhalten. "Tödliches Angebot" schildert wie ein Wunsch zu Manie wird, wobei die Handlung komplett an die Spitze getrieben wird. Das ist bitterböse und stimmig für einen Psychothriller, aber am Ende nicht unbedingt realistisch, wie leicht es Margo gemacht wird.   


Mittwoch, 4. Februar 2026

Buchrezension: Ursula Poznanski - Das Signal

Inhalt:

Gefangen im eigenen Haus: Bei einem Unfall verliert die junge Innenarchitektin Viola Decker ein Bein – und plötzlich besteht ihre Welt nur noch aus Hindernissen. Zwar kümmert ihr Mann Adam sich rührend um sie; mit dem barrierefreien Umbau ihres abgelegenen alten Hauses scheint er es allerdings nicht eilig zu haben. Viola sitzt buchstäblich im Erdgeschoss fest, alleine mit einer wortkargen Pflegerin, von der sie sich ständig überwacht fühlt.
Und immer wieder verschwinden wichtige Dinge aus Violas Reichweite. Um nicht lange danach suchen zu müssen, stattet sie sie mit winzigen GPS-Trackern aus. Als Adams Verhalten sich zu verändern beginnt und er immer häufiger spät nach Hause kommt, beginnt sie heimlich, auch ihn zu tracken, und entdeckt schon bald beunruhigende Muster. Offensichtlich belügt er sie über seinen Tagesablauf – und nicht nur er. Warum? Mit jedem Tag und jeder Lüge wächst in Viola ein furchtbarer Verdacht. 

Rezension: 

Viola und ihr Ehemann Adam haben ein altes Haus in einer abgelegenen Gegend gekauft. Kurz bevor die Renovierungsarbeiten beginnen, ereignet sich ein Unfall im Weinkeller, bei dem Viola schwer verletzt wird und ihr linkes Bein verliert. Nach dem Krankenhausaufenthalt kümmert sich eine Pflegerin rund um die Uhr um Viola, doch statt Unterstützung zu erhalten, fühlt sich Viola wie eine Gefangene. Ihr Mann scheint Otilia genau zu diesem Zweck engagiert zu haben und es zudem nicht so genau mit der Wahrheit zu nehmen. 
Mit Hilfe von Trackern beginnt Viola Adam zu überwachen und sieht sich bald darin bestätigt, dass ihr Ehemann sie ganz offensichtlich belügt. Während Viola versucht herauszufinden, was dahinter steckt, erinnert sie sich daran, dass auch sie ihre Geheimnisse hat. 
 
Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von Viola geschrieben, so dass Wut, Trauer und Hilflosigkeit, aber auch eine enorme Entschlossenheit unmittelbar nachvollziehbar sind. Viola kann niemandem vertrauen und lange ist unklar, was dahinter steckt.
 
Ohne dass sich in dem Roman viel ereignen muss, ist die Geschichte packend geschildert und von einer anhaltenden unterschwelligen Spannung geprägt. Viola ist als gehandicapte Frau in ihren eigenen vier Wänden gefangen, fühlt sich bevormundet und überwacht. Die Pflegerin mutiert zur Wärterin, macht geflissentlich ihre Arbeit, ist aber wortkarg und gefühlskalt. Adam glänzt durch Abwesenheit und versucht jeden Heilungsfortschritt Violas zu verhindern, wobei er die Einschränkungen mit Fürsorge entschuldigt. Nur mit Hilfe von moderner Technik gelingt es Viola ein Gefühl dafür zu behalten, ihr Leben nicht vollständig aus den Händen gegeben zu haben.
 
"Das Signal" ist eine Geschichte voller Misstrauen und Lügen. Viola fürchtet um ihr Geheimnis, Otilia ist undurchsichtig und Adam mimt offenbar nur den liebevollen Ehemann. Viola und Adam schleichen um einander und führen einen heimlichen Rosenkrieg. Es entwickelt sich ein raffiniertes Katz-und-Maus-Spiel, das nicht nur enorm fesselnd ist, sondern durch den versteckten Hass hinter liebevollen Worten zudem äußerst unterhaltsam und amüsant zu lesen ist. Bei diesem originellen Plot braucht es kein Blut oder Effekthascherei für Spannung der Extraklasse. 

Montag, 2. Februar 2026

Buchrezension: Liz Moore - Der andere Arthur

Inhalt:

Arthur Opp, einst Literaturprofessor, wiegt mittlerweile 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Die wenigen Schritte zur Haustür, um Lieferungen entgegenzunehmen, sind seine tägliche Herausforderung. Nur 30 Kilometer entfernt kämpft der siebzehnjährige Kel um seinen Schulabschluss und die Chance auf ein besseres Leben: ein Sportstipendium. Doch während er um seine Zukunft ringt, hält ihn die Sorge um seine kranke Mutter in Atem. Arthur und Kel sind zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten - und doch etwas Entscheidendes teilen: ihre Einsamkeit. Als sich Kels Mutter, einst Arthurs Studentin, nach Jahren der Funkstille mit einem verzweifelten Hilferuf an ihn wendet, nimmt eine Geschichte ihren Lauf, die alte Wunden aufreißt, aber auch neue Wege freilegt und eindrücklich zeigt, wie in der Fürsorge für andere die eigene Rettung liegen kann. 

Rezension:

Der ehemalige Literaturprofessor Dr. Arthur Opp führt ein zurückgezogenes Leben in seinem Haus in Brooklyn. Er verlässt es nur noch, um den Müll hinauszubringen, denn er ist stark übergewichtig und ist durch Lieferdienste gut versorgt. Als ihn eine frühere Studentin kontaktiert, mit der er noch vor Jahren in einem engen Briefkontakt gestanden hat, erfährt er überraschend, dass sie einen Sohn hat. Charlene bittet Arthur um Unterstützung, da der sportbegeisterte 18-jährige Kel aufs College gehen soll. Arthur möchte helfen, schämt sich jedoch für die Lügen, die er Charlene aus Schaum erzählt hat. Doch auch sie hat Geheimnisse, die für ihren Sohn zunehmend zu einer Belastung werden. 

"Der andere Arthur" ist nach "Long Bride River" und "Der Gott des Waldes" ein älteres Buch der Autorin, das ins Deutsche übersetzt wurde und als eines ihrer Erstlingswerke nicht so stark wie die beiden Bestseller.
Der Roman wird abwechselnd, zunächst in längeren Abschnitten, dann in kürzeren Kapiteln aus den Perspektiven von Arthur und Kel erzählt. Beide befinden sich in unterschiedlichen Lebenssituationen, sind jedoch beide auf ihre Art Außenseiter und allein. 
Arthur ist gut situiert, versteckt sich aufgrund seines Übergewichts jedoch in seinem Haus. Die Reinigungskraft Yolanda ist die erste, die er nach einem Jahrzehnt wieder hineinlässt, um sein Haus vorzeigbar zu machen, als er mit einem Besuch von Charlene rechnet. 
Kel ist ein mittelmäßiger Schüler, aber ein talentierter Baseballspieler und hofft, dass er eine Profi-Karriere einschlagen kann. Freunde kann er nicht zu sich nach Hause lassen, denn er schämt sich für seine Lebensverhältnisse und das Verhalten seiner Mutter. Wie schlimm es tatsächlich um sie steht, wird Kel erst bewusst, als Charlene ins Krankenhaus kommt und er ganz auf sich gestellt ist. 

Die Geschichte wird warmherzig und lebendig erzählt und es ist bildhaft vorstellbar, wie Arthur und Kel leben. Es sind tragische Situationen, die realitätsnah erscheinen und deshalb so schmerzhaft sind. Arthur und Kel haben beide Verluste erlitten und sind gesellschaftlich isoliert. Beide verstecken sich und kommen zurecht, solange nichts Unerwartetes passiert. Charlenes Hilflosigkeit bringt beide dazu zu handeln. 

Der Roman ist mit seiner Zielrichtung vorhersehbar, entwickelt sich aber dennoch etwas anders als erwartet. Beide Erzählstränge bleiben trotz der Verbindung über Charlene überraschend isoliert, was beide Charaktere unabhängig voneinander in Szene setzt. 

"Der andere Arthur" schildert auf empathische Art und Weise Wege aus der sozialen Isolation zurück in die Gesellschaft und zeigt gleichzeitig, wie leicht es ist, aus ihr herauszufallen und abgeschottet in einer Großstadt verloren zu sein. Neben vielen Widrigkeiten und Rückschlägen ist die Geschichte dennoch niemals deprimierend, denn Fürsorge und Hilfsangebote bleiben nicht aus, müssen nur angenommen werden. Sie endet deshalb hoffnungsvoll, auch wenn Fragen offen bleiben.